Bisher 33 freie FREItage

Seit August 2020 hat die Werteagentur naturblau+++ erfolgreich die 4-Tage-Woche eingeführt

Mit so viel Reaktionen und positivem Zuspruch hatte wirklich keiner gerechnet. Per E-Mailing an Kunden, Partner, Lieferanten und die Medien im Juli 2020 hatte die Werteagentur naturblau+++ aus Orsingen-Nenzingen am westlichen Bodensee darauf aufmerksam gemacht, dass sie ab 1. August 2020 das Arbeitsmodell der 4-Tage-Woche austesten wolle. Jeder Freitag solle von nun ab frei sein. Für alle Mitarbeitenden – vom Azubi bis zum Geschäftsführer – und bei gleichbleibendem Gehalt. Und kaum war diese Botschaft rausgegangen, kamen unzählige Rückmeldungen, die von „Glückwunsch“, „Will ich auch“, über „Ihr traut euch ja was Tolles“ bis hin zu „Das sollte ich mal meinem Chef vorschlagen“ oder „Wir drücken euch die Daumen, dass das klappt und freuen uns sehr mit euch.“ reichten.

Es schien einen Nerv bei den Menschen getroffen zu haben. Eine Sehnsucht nach einer anderen Herangehensweise als höher-schneller-weiter. In einer Zeit, die zum einen geprägt ist von stark zunehmenden Zahlen an psychischen und physischen Erkrankungen auf Grund der eigenen Arbeitssituation, einem immer beschleunigteren und oft selbstaufopfernden Lebensstil und auf der anderen Seite von Unsicherheit in Job- und Zukunftsfragen, bestimmt von Pandemie, sozialen Verschiebungen und Klimawandel. Die sich immer schneller drehenden Hamsterräder stehen dabei oft im Widerspruch zu den vielen technischen und gesellschaftlichen Errungenschaften, die einem eigentlich das Leben erleichtern und Zeit verschaffen sollten, aber im Alltag oft genau das Gegenteil bewirken.

Insbesondere die Werbe- und Marketingbranche ist geprägt von unbezahlten Praktikas und Überstunden, Wochenend- und Nachtschichten, Hire & Fire Mentalität, unbezahlten Wettbewerben und einem Arbeitsklima, voller Konkurrenzdenken und Mobbing. Ganz zu schweigen, was der Job eines Werbenden meist ist: Dinge anzupreisen, die eigentlich keiner braucht, Gewinnmaximierung, Hyperkonsum und uneingeschränktes Wachstum auf Kosten von Mensch, Umwelt und Zukunft. Nicht umsonst rangiert der Beruf des Werbers von der Reputation her seit Jahren auf den hintersten Rängen.

Und genau hier muss man ansetzen. Nicht nur, indem man sich damit beschäftigt, was und für wen man unternehmerisch etwas bewirkt (Kunden- und Lieferantenauswahl), sondern auch wie man es tut (Werteverständnis) und warum (sinn- und gemeinwohlgetriebene Unternehmensausrichtung). Ein Baustein hiervon kann das soziale Konzept der 4-Tage-Woche sein: 80 % Arbeiten – 100 % Gehalt bekommen. Es kommt nicht auf die Quantität der Arbeitszeit an, sondern auf die Qualität.

Für die Mitarbeitenden selbst bei naturblau+++ ist die 4-Tage-Woche mit vielen positiven Weiterentwicklungen verbunden. Hier einige O-Töne:

„Ein freier ganzer Tag bringt mir privat deutlich mehr, als jeden Tag bissl früher heimzukommen. Der Tag ist „unangebrochen“ und komplett frei planbar; jedes Wochenende ist ein langes Wochenende, da schafft man zuhause Dinge, die man sonst nur im Urlaub erledigt hat.“

„4-Tage-Woche ist, wenn man sich nach einem langen, entspannten Wochenende wirklich auf die Arbeit freut. Wenn man Montagmorgen aufsteht und positive Energie und Lust für den Tag hat.“

„Früher war es schon mal so, dass ich Dinge erst mal zur Seite geschoben habe, denn ich hatte ja noch die ganze Woche vor mir. Dadurch befasst man sich dann aber mehrfach mit der selben Aufgabe und verschwendet Zeit. Heute erledige ich vieles direkter und dadurch zügiger.“

„Meine Ansprechpartner (Kunden, Lieferanten, Steuerberater usw.) haben sich genauso daran gewöhnt, wie ich und wissen, dass bei uns das Wochenende bereits am Donnerstagabend beginnt. Und sie wünschen mir sogar am Donnerstag schon ein schönes Wochenende, weil sie sich irgendwie mit mir freuen.“

„Für mich eine fortschrittliche und gesunde Art, Beruf und Leben miteinander zu verbinden.“

„Als wir zu Jahresbeginn jemand neues für unser Team gesucht haben, war die 4-Tage-Woche für viele ein entscheidender Faktor, sich bei uns zu bewerben. Wir haben nicht nur viele, sondern auch viele gute Bewerbungen bekommen.“

Bisher haben wir noch nicht in Erfahrung bringen können, ob noch andere Firmen im Landkreis Konstanz die 4-Tage-Woche schon eingeführt haben. Gerne kommen wir dazu mit anderen Unternehmenden in Austausch, die sich damit auch schon beschäftigen und können anderen von unseren eigenen Erfahrungen erzählen.

Die oben erwähnten Erfahrungsberichte mit diesem Arbeitszeitmodell, insbesondere in größeren Unternehmen, waren alle durchweg positiv: steigende Zufriedenheit der Mitarbeitenden, weniger Krankheitstage, weniger Fluktuation, ein besseres Betriebsklima und bessere Erfolge bei der Mitarbeitendensuche. Auch die Produktivität stieg mit an. Und das nicht, indem mehr Leistung in weniger Tage komprimiert wurde mit der Konsequenz eines erhöhten Stresspegels, sondern durch einen sich ausgleichenden Lebens- und Arbeitszeit-Rhythmus. Quasi jede Woche ein verlängertes Wochenende bzw. eine Art „Kurzurlaub“ und mehr Zeit zur freien Verfügung.

Die letzte Arbeitszeitverkürzung gab es in Deutschland im Jahre 1967. Damals wurde die Fünf-Tage Woche eingeführt. Mit all den technischen Entwicklungen, die uns das Leben ja eigentlich viel einfacher und effizienter machen sollten. Und zusammen mit dem heutigen allgemeinen Wohlstandniveau ist der Schritt zu einer 4-Tage-Woche längst überfällig. Blickt man auf die Arbeitsverteilung herrscht ein Ungleichgewicht vor, das sich so noch weiter auseinanderbewegen wird. Bei manchen geht es um Überarbeitung und Burnout. Wieder andere finden keine Arbeit zur Absicherung ihres Lebensunterhaltes. Und viele systemrelevante Jobs in Haushalten, sozialen Bereichen und im Ehrenamt bleiben un- oder unterbezahlt.

In vielen Berufsfeldern wird eine immer höhere Flexibilität erwartet. Nicht nur die Wochenenden werden immer weiter eingeschränkt, auch die gewünschte 24/7-Erreichbarkeit nimmt immer weiter zu.

Wir setzen damit einen Gegenpol zu der momentanen Entwicklung, dass viele Firmen von ihren Mitarbeitenden eine Erreichbarkeit auch nach Feierabend und sogar am Wochenende einfordern. Sie tun dies entweder vertraglich oder oftmals eher unterschwellig. So wie z.B. erwartet wird, dass man seine Mails übers Wochenende schon mal alle vorab gelesen hat für das Montagmorgen-Meeting. Oder auch im Urlaub stets auf dem Laufenden sein sollte, was gerade in der Firma passiert.

Diese leider viel zu alltäglichen Zustände, führen in dieser immer schnelllebigeren Zeit dazu, dass sich viele Menschen oft getrieben, entkräftet und überfordert fühlen. Niemals richtig abschalten zu können führt zu Stress – körperlich und seelisch. Die rasant steigende Zahl von berufsbedingten Erkrankungen in den letzten Jahren gibt da sehr zu denken. In unserer allgegenwärtigen Selbstoptimierung sind wir andauernd bemüht, Beruf, Karriere und funktionierendes Sozialleben bestmöglich zu vereinbaren. Diese Schere wird durch die Divergenz der Weichzeichner-Lebensläufe in den sozialen Netzwerken und der sich oft ganz andersartig darstellenden eigenen Realität noch verstärkt.

Dazu kommt auch, dass viele Menschen in ihrem Beruf unzufrieden sind und oftmals schon mental gekündigt haben. Fragen nach Sinnhaftigkeit, Mehrwert und Befriedigung substanzieller Bedürfnisse finden meist nicht am Arbeitsplatz Erfüllung. Wenn man weniger arbeitet, hat man mehr Zeit, das zu tun, was einen glücklich(er) macht. Und das wiederum kann sich positiv auf die Einstellung zur Arbeit auswirken.

Neben der Gesundheit ist die Zeit eine der wertvollsten Ressourcen, die wir heute haben. Die Aussage „Ich habe keine Zeit“ ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Um einen Beitrag als Unternehmen zu mehr Lebenszeit zu leisten, ist auch das ein Beweggrund, die 4-Tage-Woche einzuführen, zum Wohle für Einzelne und zum Gemeinwohl für alle. Der Wert, den jeder in die Gesellschaft miteinbringt, bemisst sich nicht nur am Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Und Glück und Zufriedenheit lassen sich schon gar nicht mit dieser Kennzahl bemessen.

Andere Länder sind bei dem 4-Tage-Modell schon weiter. Die Neuseeländische Ministerpräsidentin wirbt auch auf Grund der Corona Pandemie für die 4-Tage-Woche – auch um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die spanische Regierung testet die 4-Tage-Woche landesweit zusammen mit 200 Unternehmen über 3 Jahre hinweg.

Ob und wie sich das in verschiedenen Unternehmen umsetzen lässt, ist sicherlich von Branche zu Branche und auch je nach Unternehmensgröße unterschiedlich und lässt sich nicht mit einem Modell, das für alle gleich gut passt umsetzen. Dass der Wunsch und die Notwendigkeit nach einer Veränderung da ist, ist unbestritten. Und dass sich bisherige starre und oft für alternativlos gehaltene Muster auch durchaus ändern lassen, hat die Entwicklung hin zu Home-Office und Videokonferenzen in den letzten Monaten gezeigt. Man muss es halt auch ernsthaft wollen und umsetzen. Da sind Politik, Wirtschaftsverbände und Unternehmende gefragt. Und am Ende des (Arbeits)Tages gilt auch hier: Du kannst entweder auf andere warten, oder es einfach selber tun.

Das 4-Tage-Arbeitszeit-Modell ergänzt sehr gut die Grundhaltung von naturblau+++ zu Themen wie Gemeinwohl-Ökonomie, Postwachstums-Ökonomie und Social Entrepreneurship. Es ist ein Baustein auf dem Weg zu einer neuen Art des Wirtschaftens, bei dem nicht das momentan allgegenwärtige unbegrenzte Wachstum und die Profitmaximierung im Vordergrund stehen, sondern der Mensch und seine Umwelt. Der Klimanotstand ist die größte Herausforderung der Menschheit und unsere Zeit läuft ab, dass wir die Chancen nutzen können, einen echten Green New Deal umzusetzen. Egal ob als global Player oder als innovatives und zukunftsfähiges Regionalunternehmen.

Dorothea Wehinger – Kampagnen Webseite online

naturblau_Dorothea_Wehinger_Webseite-Landtagswahl

Am 14. März 2021 finden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt. Diese Wahlen sind ein Entscheid, wenn es um einen klaren und entschiedenen Kurs in Klima- und Sozialfragen geht. Für die Region und weit darüber hinaus. Klimaschutz fängt in den Kommunen an. Welche Stellschrauben gibt es vor Ort und welche Best-Practice-Beispiele können gute Vorbilder sein? Dazu hat Dorothea Wehinger in Ihrem Wahlkreis Singen entscheidend beigetragen in den letzten Jahren und wird dies auch in Zukunft noch verstärkt tun und ihre seit vielen Jahren stattfindende Arbeit weiter fortsetzen.

Sie selbst dazu schreibt auf Ihrer Webseite:

Es gibt keinen Planeten B

„Diese Tatsache treibt mich bereits seit mehreren Jahrzehnten an, kleine und große Erfolge für unser Klima zu erkämpfen. Klimaschutz muss auf allen politischen Ebenen betrieben werden. Im Landtag von Baden-Württemberg setze ich mich dafür ein, Baden-Württemberg so schnell wie möglich in die Klimaneutralität zu bringen.  Gleichzeitig muss diese Transformation sozial gerecht ausgestaltet werden. Echte Chancengleichheit heißt für mich, dass jede und jeder ein selbstbestimmtes Leben, frei von Armut und Diskriminierung führen kann. Auf diesen Seiten lade ich Sie ein, mehr über mich und meine Arbeit zu erfahren.“

Mehr dazu unter: https://www.dorothea-wehinger.de/

naturblau+++ unterstützt Dorothea bei der Konzeption, Texterstellung der Visualisierung der Webseite.

Mach mit bei der Zitrus-Challenge

SIVISIO Challenge saueristlustig

#SAUERISTLUSTIG!
Die große SIVISIO-CHALLENGE
Jetzt mitmachen und gewinnen!

Wir verlosen wöchentlich je einen SIVISIO-Kiste, prallvoll mit unseren verschärft saftig-sauren Zitrusfrüchten. Das vielleicht beste Mittel, um fit und bei bester Laune zu bleiben!

1. Beiße in eine Zitrone
2. Poste in Deinem Feed ein Video oder Foto davon und teile es mit uns unter @sivisio.de
3. Like und kommentiere diesen Beitrag

Gängige Bio-Standards sind prima. Mehr aber auch nicht.
Darum gehen wir, von SIVISIO, ein paar knackige Schritte weiter. Mit einer Haltung, die keine Kompromisse zulässt. Mit den knallharten ethischen und ökologischen Richtlinien der spanischen Zertifizierungsstelle „CAAE“. Mit eigenen zukunftsweisenden Projekten und Initiativen. Und natürlich mit einer erstklassigen Bio-Qualität, die man schmeckt. Das Gewissen genießt schließlich mit.
Verschärft, oder?

 

Links zur Kampagne zum Teilen, Liken, Mitmachen:

www.sivisio.de

https://www.instagram.com/sivisio.de/

https://www.facebook.com/Sivisiode-112437447335868

 

Wie Bio und sozial kann eine Zitrone sein?
Bio ist schön und gut – und aus unserer Sicht die einzig richtige Form des Anbaus. Aber noch besser ist, wenn Bio außerdem zutiefst sozial ist. Genau hier setzen wir mit SIVISIO an – unserer Eigenmarke der Naturkost Schramm Export-Import GmbH.

Unser Obst und Gemüse – von Zitrusfrüchten über Auberginen bis hin zu Paprika, Tomaten oder Melonen – wird absolut sauber produziert: aus tiefem Respekt vor Mensch und Natur. Die Basis für unser Handeln bilden die Richtlinien der strengen spanischen ecovalia-Zertifizierung. Und dann ist da noch unser ureigenes Gespür dafür, was gut und richtig ist. Und das ist meist noch strenger. So übernehmen wir gemeinsam mit unseren langjährigen spanischen Partnern Verantwortung und machen transparent, was wir tun und wie wir es tun. Für eine erstklassige Bio-Qualität. Und für ein intensives soziales Engagement.

Bio-Labels und Zertifizierungen sind quasi ein wild wuchernder Dschungel. Hauptsache ein grünes Stempelchen – das ist leider oft Realität. Die CAAE, die größte spanische Non-Profit Zertifizierungsstelle hat mit dem ecovalia-Zertifikat eine Orientierung geschaffen, die Maßstäbe für unsere Zukunft setzt. Und wir erfüllen sie alle – gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort.

Das Gift und wir

Das Gift und wir

Das Gift und wir – wie der Tod über die Äcker kam und wie wir das Leben zurückbringen können

In diesem Buch geht es um unser Verhältnis zu synthetischen Pestiziden. Das Thema ist in den letzten Jahren in der öffentlichen Diskussion immer präsenter geworden. Die schädlichen Wirkungen der synthetischen Pestizide auf lebendige Organismen, angefangen beim Menschen, über die Tiere, Pflanzen und Böden, bis hin zu den Gewässern und dem ganzen Ökosystem Erde, zeigen sich immer deutlicher. Es ist daher an der Zeit, dass wir uns als Individuen und als Gesellschaft ernsthaft fragen, ob die industrielle Landwirtschaft, die auf diese synthetischen Stoffe angewiesen ist, zukunftsfähig ist, und ob wir ein auf Giftstoffe aufgebautes Ernährungssystem weiterhin wollen. Dies umso mehr, als Bäuerinnen und Bauern seit hundert Jahren erfolgreich zeigen, dass auch ohne synthetische Pestizide gute Ernteerträge erzielt und qualitativ
hochwertige Lebensmittel produziert werden können und hier auch noch ein großes Forschungspotenzial im Hinblick auf höhere Ernteerträge liegt. Längst kommen zahlreiche Studien zu dem Ergebnis, dass nur eine Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie, die Menschheit nachhaltig und langfristig wird ernähren können.

Dank des Instruments der direkten Demokratie in der Schweiz, kamen zwei Initiativen zustande, die synthetische Pestizide verbieten oder staatliche Subventionen nur noch denjenigen Bauern zugestehen wollen, die auf synthetische Pestizide verzichten. Wenn diese Initiativen durch einen Volksentscheid angenommen werden, dann wird zum ersten Mal in der Geschichte durch einen basisdemokratischen Prozess ein fundamentaler Wechsel im Ernährungssystem eines ganzen Landes
ermöglicht. Dies könnte motivierendes Vorbild für andere Staaten und die weltweite Antipestizidbewegung werden. Das waren die Überlegungen und unsere Motivation zu diesem Buch.

Hinzu kam aber auch eine gefühlte Verantwortung, dieses kostbare Instrument der Direkten Demokratie zu unterstützen, bei dem die Bürger als Souverän über ihre eigenen Belange und die gesellschaftliche Entwicklung selbst entscheiden.

Die Initiativen waren also Auslöser für den Entschluss der Bio-Stiftung Schweiz zur Herausgabe dieses Buches, aber die Intention geht darüber hinaus. Es soll möglichst auch in anderen Ländern zur Bewusstseinsbildung beitragen. Denn die Probleme, die durch die Verwendung von synthetischen Pestiziden entstehen, machen vor Ländergrenzen nicht halt. In über dreißig Beiträgen von unterschiedlichen Expertinnen und Experten wird das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet. Das Buch soll dabei helfen, sich ein möglichst umfassendes Bild zu machen und im Hinblick auf dieses Thema urteilsfähig zu werden.

Wir sind davon überzeugt, dass wir angesichts der umfassenden Problematik der synthetischen Pestizide, also giftigen bis hochgiftigen Stoffen, keine weiteren Experimente, keine weiteren Freilandversuche mit unbestimmtem Ausgang und unkalkulierbarem Risiko mehr brauchen. Wir plädieren stattdessen für einen fundamentalen Systemwechsel, der dem Leben in seiner Vielfalt wieder gerecht wird.

Ein solcher Systemwechsel kann nur im Bewusstsein der Menschen beginnen. Ein erster Schritt kann darin liegen, sich die bereits entstandenen Schäden, sowie die bekannten und unbekannteren Risiken genauer anzusehen. Die Beiträge im ersten Kapitel dieses Buches geben dazu reichlich Gelegenheit. Im zweiten Kapitel werden politische, rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte des Einsatzes von synthetischen Pestiziden beleuchtet, und im dritten schließlich kommen Praktiker zu Wort, bei denen Landwirtschaft ohne synthetische Pestizide bereits seit Jahren Alltag ist. Ihre Erfahrungen zeigen, dass auf Ackergift gut verzichtet werden kann, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, von der Natur, von Fachkollegen und Forscherinnen zu lernen, die sich mit alternativen Methoden der Schädlingsregulierung auskennen und Hilfestellung bei der Umstellung bieten können.

Im dritten Kapitel des Buches werden außerdem Vorschläge vorgestellt, wie eine Transformation von der industriellen Landwirtschaft zu einer nachhaltigen Agrarkultur praktisch vollzogen werden kann, oder auch, wie sie bereits in einigen Regionen vollzogen wurde. Die Herausforderung, vor der wir als Menschheit stehen, ist aus unserer Sicht diese: Wie können wir im Interesse unserer Kinder und Enkelkinder, aber auch der Erde und ihrer Ökosysteme eine neue Agrarkultur entwickeln und praktisch so umsetzen, dass für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die Bäuerinnen und Bauern und den Lebensmittelhandel Win-win-Situationen entstehen.

Bereits vor ziemlich genau einhundert Jahren erkannten die Pioniere des Ökolandbaus, wohin die Entwicklung der industriellen Landwirtschaft führen wird, und gingen in vielerlei Hinsicht andere Wege. Aufgrund ihrer Weitsicht und ihres Durchhaltevermögens ist in der Zwischenzeit ein reicher Erfahrungsschatz entstanden, der für die dringend erforderliche Transformation unserer Ernährungssysteme zur Verfügung steht. Was für ein Glück!

Wir haben uns als gesamte Gesellschaft über einen langen Zeitraum in eine schwierige Situation gebracht und können die Transformation hin zu einer nachhaltigen Agrarkultur auch nur gemeinsam schaffen. Wenn sich der Wille dazu weltweit noch stärker zeigt und auswirkt, werden die Bäuerinnen und Bauern, die Bauernverbände, wird auch die Politik die nötige Kraft aufbringen, die Segel an diesem neuen Wind auszurichten und den Kurs zu ändern. Es liegt in unserer Hand!
Wenn unser Buch auf diesem Weg einen Beitrag zu leisten vermag, so würden wir uns darüber ausserordentlich freuen.

Mathias Forster und Christopher Schümann, Bio-Stiftung Schweiz

Weitere Informationen: www.dasgiftundwir.ch

Das Gift und wir – wie der Tod über die Äcker kam und wie wir das Leben zurückbringen können
Herausgeber: Bio-Stiftung Schweiz, Mathias Forster und Christopher Schümann
Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2020
Hardcover, 448 Seiten
ISBN: 978-3-86489-294-3
29,95 Euro / CHF 35.-

Der Westend Verlag ist ein Sachbuchverlag in Frankfurt am Main mit den thematischen Schwerpunkten auf den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie.

naturblau+++ radelt mit

naturblau Stadtradeln 2020 klimaschutz

 

Beim Wettbewerb STADTRADELN trittst du 21 Tage in die Pedale für mehr Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität in deiner Kommune.

STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob du bereits jeden Tag fährst oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs bist. Jeder Kilometer zählt – erst recht wenn du ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hättest.

Wir glauben, man kann den Menschen viel über die Vorteile des Radfahrens erzählen. Am wirksamsten überzeugt man sie aber, wenn sie für 21 Tage einfach mal selbst aufs Rad steigen.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen, wie viele Menschen bereits mit dem Fahrrad unterwegs sind und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Damit noch mehr Menschen dauerhaft vom Auto aufs Rad umsteigen, braucht es eine Radinfrastruktur, auf der sie schnell und sicher ans Ziel kommen.

Um auf die Bedürfnisse der Radfahrenden aufmerksam zu machen, richtet sich das STADTRADELN auch an die Kommunalpolitiker*innen. Sie sind die Entscheidungsträger*innen, wenn es um die Radinfrastruktur und damit praktischen Klimaschutz vor Ort geht. Während der Aktion nehmen sie selbst die Lenkerperspektive ein und erfahren, wo die Kommune schon fahrradfreundlich ist und wo noch nachgebessert werden muss.

Infos > https://www.stadtradeln.de/home

Globaler Klimastreik am 25.9.2020

 

 

naturblau+++ gehört zu den unterzeichnenden Unternehmen der Stellungnahme von Entrepreneurs For Future. Die Wirtschaftsinitiative setzt sich zusammen aus engagierten Unternehmer*innen aus den unterschiedlichsten Branchen, die sich für den Klimaschutz einsetzen und die Fridays for Future-Bewegung aktiv unterstützen.

Sie fordern vor allem die Einhaltung der Zusagen des völkerrechtlich verbindlichen Pariser Klimaabkommens und damit die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius. Seit über einem Jahr demonstrieren Schüler*innen wöchentlich für den Klimaschutz. Am 25.09.2020 sind nun alle aufgefordert, sich dem Streik anzuschließen.

Auch wir haben unsere Mitarbeiter*innen aktiv zu einer Teilnahme an den Demonstrationen ermuntert. Beschäftigte, die am Streik teilnehmen möchten, werden hierfür freigestellt.
Wir geben hiermit den Aufruf zudem gerne an unsere Kunden, Netzwerk- und Kooperationspartner weiter.

Wir führen die Vier-Tage-Woche ein

Ab August 2020 testen wir die sogenannte Vier-Tage-Woche. Freitag, Samstag und Sonntag sind frei. Bei gleichbleibendem Gehalt für alle – vom Azubi bis zum Geschäftsführer.

Inspiriert wurden wir vor ca. zwei Jahren von anderen Unternehmenden, die dies schon länger praktizieren. Allerdings haben wir dies immer nur über Medienberichte erfahren und nie von jemandem hier in der Umgebung. Wir haben bisher nicht in Erfahrung bringen können, ob überhaupt eine Firma im Landkreis Konstanz die 4-Tage-Woche schon praktiziert. Daher kam der Gedanke, lass es uns doch einfach selbst umsetzen, dann können wir vielleicht Anderen von unseren eigenen Erfahrungen erzählen.

Die oben erwähnten Erfahrungsberichte mit diesem Arbeitszeitmodell, insbesondere in größeren Unternehmen, waren alle durchweg positiv: steigende Zufriedenheit der Mitarbeitenden, weniger Krankheitstage, weniger Fluktuation und ein besseres Betriebsklima. Auch die Produktivität stieg mit an. Und das nicht, indem mehr Leistung in weniger Tage gepackt wurde mit der Konsequenz eines erhöhten Stresspegels, sondern durch einen sich ausgleichenden Lebens- und Arbeitszeit-Rhythmus. Quasi jede Woche ein verlängertes Wochenende bzw. eine Art „Kurzurlaub“ und mehr Zeit zur freien Verfügung.

Die letzte Arbeitszeitverkürzung gab es in Deutschland im Jahre 1967. Damals wurde die Fünf-Tage Woche eingeführt. Mit all den technischen Entwicklungen, die uns das Leben ja eigentlich viel einfacher und effizienter machen sollten. Und zusammen mit dem heutigen allgemeinen Wohlstandniveau ist der Schritt zu einer Vier-Tage-Woche längst überfällig. Blickt man auf die Arbeitsverteilung herrscht ein Ungleichgewicht vor, das sich so noch weiter auseinanderbewegen wird. Bei manchen geht es um Überarbeitung und Burnout. Wieder andere finden keine Arbeit zur Absicherung ihres Lebensunterhaltes. Und viele systemrelevante Jobs in Haushalten, sozialen Bereichen und im Ehrenamt bleiben un- oder unterbezahlt.

In vielen Berufsfeldern wird eine immer höhere Flexibilität erwartet. Nicht nur die Wochenenden werden immer weiter eingeschränkt auch die vermeintlich gewünschte 24/7-Erreichbarkeit nimmt immer weiter zu. Ob das nun von den Verbrauchern oder einer wachstumsgetriebenen Hyperkapitalismus-Wirtschaft ausgeht, sei mal dahingestellt.

Wir setzen damit einen Gegenpol zu der momentanen Entwicklung, dass viele Firmen von ihren Mitarbeitenden eine Erreichbarkeit auch nach Feierabend und sogar am Wochenende einfordern. Sie tun dies entweder vertraglich oder oftmals eher unterschwellig. So wie z.B. erwartet wird, dass man seine Mails übers Wochenende schon mal alle vorab gelesen hat für das Montagmorgen-Meeting. Oder auch im Urlaub stets auf dem Laufenden sein sollte, was gerade in der Firma passiert. Das mag in einigen Berufsfeldern auch eine Notwenigkeit haben und sicherlich ist auch die 4-Tage-Woche nicht auf alle Branchen so ohne weiteres übertragbar.

Diese leider viel zu alltäglichen Zustände, führen in dieser immer schnelllebigeren Zeit, dazu dass sich viele Menschen oft getrieben, entkräftet und überfordert fühlen. Niemals richtig abschalten zu können führt zu Stress – körperlich und seelisch. Die rasant steigende Zahl von berufsbedingten Erkrankungen in den letzten Jahren gibt da sehr zu denken. In unserer allgegenwärtigen Selbstoptimierung sind wir andauernd bemüht, Beruf, Karriere und funktionierendes Sozialleben bestmöglich zu vereinbaren. Diese Schere wird durch die Divergenz der Weichzeichner-Lebensläufe in den sozialen Netzwerken und der sich oft ganz andersartig darstellenden eigenen Realität noch verstärkt.

Dazu kommt auch, dass viel Menschen in ihrem Beruf unzufrieden sind und oftmals schon mental gekündigt haben. Fragen nach Sinnhaftigkeit, Mehrwert und Befriedigung substanzieller Bedürfnisse finden meist nicht am Arbeitsplatz Erfüllung. Wenn man weniger arbeitet, hat man mehr Zeit, das zu tun, was einen glücklich(er) macht. Und das wiederum kann sich positiv auf die Einstellung zur Arbeit auswirken.

Neben der Gesundheit ist die Zeit eine der wertvollsten Ressourcen, die wir heute haben. Die Aussage „Ich habe keine Zeit“ ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Um einen Beitrag als Unternehmen zu mehr Lebenszeit zu leisten, ist auch das ein Beweggrund, die Vier-Tage-Woche einzuführen, zum Wohle für Einzelne und zum Gemeinwohl für alle. Der Wert, den jeder in die Gesellschaft miteinbringt, bemisst sich nicht nur am Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Und Glück und Zufriedenheit lassen sich schon gar nicht mit dieser Kennzahl bemessen.

Das 4-Tage-Arbeitszeit-Modell ergänzt sehr gut die Grundhaltung von naturblau+++ zu Themen wie Gemeinwohl-Ökonomie, Postwachstums-Ökonomie und Social Entrepreneurship. Es ist ein Baustein auf dem Weg zu einer neuen Art des Wirtschaftens, bei dem nicht das momentan allgegenwärtige unbegrenzte Wachstum und die Profitmaximierung im Vordergrund stehen, sondern der Mensch und seine Umwelt. Der Klimanotstand ist die größte Herausforderung der Menschheit und unsere Zeit läuft ab, dass wir die Chancen nutzen können, einen echten Green New Deal umzusetzen. Egal ob als global Player oder als innovatives Regionalunternehmen.

Es ist bestimmt sehr spannend zu sehen, was die Mitarbeitenden mit der „gewonnenen“ Zeit anfangen werden. Wird man die zusätzliche Freizeit mit Familie und Freunden verbringen, sich sportlich (mehr) betätigen oder sich im Verein oder politisch engagieren („Every friday for future“ vielleicht?) oder einfach auch mal nichts tun. Das, was jeder will und einem gut tut und was man für wesentlich und sinngebend hält. Vielleicht braucht es ja auch eine Phase der Eingewöhnung, dass man sich darauf einstellen kann. Wir werden bald aus eigener Erfahrung darüber berichten können.

Deswegen nehmen wir den Wochentag Freitag ab jetzt wörtlich.

#stopracism

Gemischte Teams stehen für Kreativität, Innovation und Stabilität. Und für Wertschätzung und Zusammenhalt. Das stärkt unsere Gesellschaft und hilft unserer Wirtschaft.

Wenn sich Unternehmen entscheiden, Vielfalt umfassend zu stärken und zu pflegen, benötigen sie eine Grundlage, auf der ihr Diversity Management aufbauen kann. Ein vierstufiges Modell hilft uns, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Menschen einer Organisation zu erfassen. Mit ihm lassen sich unterschiedliche Faktoren – sprich: Dimensionen – greifbar machen.

Im Zentrum des Models steht die Persönlichkeit, um die herum die nahezu unveränderbaren Dimensionen angeordnet sind. Sie werden als „Innere Dimension“ zusammengefasst. Weitere Dimensionen wie die äußere oder organisationale Dimension können den Unterschied in Organisationen und Institutionen ausmachen und im Diversity Management Berücksichtigung finden. Je weiter die Dimension vom Kern des Modells entfernt ist, umso flexibler und wandelbarer sind die Dimensionen.

Auch wenn das Modell einzelne Dimensionen unterschiedlich anordnet, ist die eine nicht weniger wichtig als die andere. Eindeutige Prioritäten gibt es nicht, das ist die Maxime der Charta der Vielfalt. Sie steht für einen ganzheitlichen Ansatz und eine wertschätzende Organisationskultur, die gegenüber allen Menschen offen ist.

naturblau+++ unterstützt seit Mai 2013 als erster Unterzeichnender im Landkreis Konstanz die Initiative „Charta der Vielfalt“

weitere Infos unter: >/https://www.charta-der-vielfalt.de/

Marketing for Future Award 2020

Marketing for Future Award 2020

Am 17. Juni um 20:00 Uhr findet mit Pauken und Trompeten die Verleihung des Marketing for Future Award 2020 statt. – Dieser Award zeichnet kreative Marketingmaßnahmen in fünf Kategorien aus, die neue Wege gehen. Kategorien, in denen es um nicht weniger geht als das Bremsen klimaschädlicher Verhaltensmuster. Und die Beschleunigung des positiven Wandels. Mit den Mitteln des Marketings. Der Award findet online über Zoom statt, also at home, aber auch interactive. Lass dich überraschen. Die Tickets sind gegen eine Spende erhältlich: www.m4f.me

#NetzstreikFürsKlima

Zusammen mit Fridays For Future laut fürs Klima. Die aktuelle Virus-Pandemie zeigt uns: Um Krisen zu bewältigen ist es entscheidend, auf die Wissenschaft zu hören, solidarisch zusammenzustehen und entschlossen zu handeln. Genau dies gilt auch für die Klimakrise.
 
Am 24.4. wären wir mit Fridays For Future zum globalen Klimastreik auf die Straßen gegangen – nun verlegen wir die Demonstration ins Netz. Beim Livestream for Future werden wir von zu Hause aus und doch alle gemeinsam laut fürs Klima!

Die Antworten der Politik auf die Krise müssen so gestaltet werden, dass sie unsere Wirtschaft und Gesellschaft langfristig gerechter, widerstandsfähiger und nachhaltiger machen. Wenn jetzt Hunderte Milliarden fließen, dann muss jedes Konjunkturpaket auch gezielt den Klimaschutz voranbringen.

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