Dr. Jane Goodall – Standing Ovations auf der Biofach 2020 Nürnberg für ihre bewegende Keynote

Ihre Keynote von Dr. Jane Goodall, DBE (Dame Commander of the Order of the British Empire), Primatenforscherin, Umweltaktivistin, UN-Friedensbotschafterin hat den Saal in einen auraähnlichen Zustand versetzt.

hier ist ein youtube-Link zur Rede von ihr (in Englisch)

Mit ihrer ruhigen, gelassen und doch eindringlichen, mitnehmenden und pointierten Art, wie Sie zu den Fachbesuchenden der Bio-Branche und den anwesenden PolitikerInnen sprach war mehr als beeindruckend.
„Wir leben in dunklen Zeiten“, so die 85-jährige Grand Dame. Und dies führte sie anhand von einigen Beispielen aus. Sie verstehe z.B. bis heute nicht „warum der Mensch als das intelligenteste Wesen, das jemals auf dieser Erde gewandelt ist, sich derart unintelligent verhält“.

„Wir schicken Roboter zum Mars und haben dabei vergessen, dass wir ausschließlich auf diesem blau-grünen Planeten existieren können.“ Und dies gefährden wir im Moment massiv. „Offenbar haben wir die Verbindung zwischen unserem Gehirn und unserem Herzen verloren“, fügte sie an. Sie forderte dazu auf, diese Verbindung wieder herzustellen und dass wir jeder selbst allein dafür verantwortlich sind, wie unser eigenes Leben und das unserer Nachkommen zukünftig aussehen kann.
In der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel der Biofach, sieht die geborene Engländerin eine Option ds zusammenkommens von Menschen, die alle ihren Teil dazu beisteuern wollen, dass sich die Dunkelheit, auf die wir zusteuern, wieder lichtet.

Auch wenn Sie dies nicht explizit so formulierte, aber als Anwort auf die vorhergehende Rede der Bundesagrarministerin Deutschlands, Frau Julia Klöckner, nannte sie die industrielle bzw. konventionelle Landwirtschaft als sehr großes Problem. Die Umstände, in den Millionen von Tieren in Ställen weltweit lebten würden viel eher an Konzentrationslager erinnern, als an natürliche Lebensweise. Dies sei unerträglich für sie selbst.

„Jeder mache jeden Tag den Unterschied“, sagte sie weiter. Ihre Hoffnung auf eine Wende schöpfe sie u.a. hieraus: Der Kraft und Unbezwingbarkeit des menschlichen Gehrins und Geistes, der Regenerationskraft der Natur und der Energie und Begeisterung, die weltweit bei jungen Menschen zu finden oder geweckt werden können.

Und eben jene Begeisterung vermochte Jane Goodall auch an eben jenem Tag bei der Biofach bei den 1.000 Zuhöhrenden zu entfachen. Mit stehenden Ovationen und tosendem Applaus wurde es ihr gedankt.

Diese Frau versteht es, zu motivieren, zu begeistern und Leute ins Handeln zu bringen. Möge sie diese gabe noch lange selbst vielen vielen Menschen zu Teil werden lassen. Am besten von ihr direkt selbst zu erleben, oder auch in einem ihrer zahlreichen Dokumentarfilme oder Büchern. Danke, Jane Goodall, dass ich dies miterleben durfte.

Dr. Michael Kopatz: Ökoroutine – Damit wir tun, was wir für richtig halten.

Über 80 Prozent der Bundesbürger begrüßen artgerechte Tierhaltung. Doch nur wenige entscheiden sich an der Ladentheke dafür. Ein Grill darf auch mal 800 Euro kosten, darauf liegen nicht selten die Würstchen zum Dumpingpreis. Wir sind es gewohnt mit solchen Widersprüchen zu leben.

Befragungen zeigen auch, dass sich fast die gesamte Bevölkerung mehr Engagement beim Klimaschutz wünscht, doch geflogen wird so viel wie nie zuvor. Kollektiv wollen wir den Wandel, individuell möchten nur Wenige den Anfang machen. Es ändert sich wenig, weil sich die Menschen benachteiligt fühlen, wenn sie »allein« auf den Flug oder das Auto verzichten oder sich einschränken.

Wenn jeder Einzelne sich nur richtig verhält, wird die Welt gerettet? Leider falsch. Was wir brauchen, sind neue, innovative Standards und Limits: Wenn Geräte weniger oft kaputt gehen, die Tierhaltung schrittweise artgerechter wird oder bedenkliche Zusatzstoffe aus Lebensmitteln verschwinden – welcher Verbraucher würde sich darüber beschweren? Was unmöglich erscheint, ist konzeptionell denkbar einfach und bei Mülltrennung, Sparlampen, Effizienzhäuser längst akzeptiert. Michael Kopatz präsentiert eine Vielzahl leicht umsetzbarer, politischer Vorschläge für alle Lebensbereiche, damit die Utopien von heute schon bald die Realitäten von morgen werden.

Dr. Michael Kopatz ist ein deutscher Umweltwissenschaftler, Dozent und Projektleiter im Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. In seinem Buch „Ökoroutine“ zeigt er, dass umweltfreundliches Verhalten nicht durch moralische Appelle entsteht. Besser ist es, die Verhältnisse zu ändern, beispielsweise über steigende Standards für Produkte.

Vortrag VHS Konstanz, Do. 21.02.2019 , 19:00 – 20:30 Uhr
Konzil, Speichersaal , Hafenstr. 2

Weiter Informationen zur »Ökoroutine« unter www.oekoroutine.de.
Zum Vortrag von Michael Kopatz beim ZEIT WISSEN-Preis: www.youtube.com/watch?v=G3e9aqFNti0.

Gemeinwohl-Ökonomie – Werte für den Wandel

naturblau-Gemeinwohl-Oekonomie-Vortrag-Marianum

Die Gemeinwohl-Ökonomie möchte in einem demokratischen, partizipativen und ergebnisoffenen Prozess ein Wirtschaftssystem etablieren, in dem das Gemeinwohl an oberster Stelle steht.

Ralph J. Schiel von der Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Konstanz referiert zu dem Thema, wie man als Schüler, Mensch, Start-Up, Unternehmen oder Bildungseinrichtung sein ökonomisches Handeln achtsam, werteorientiert und verantwortungsvoll ausrichten kann.

Der Vortrag fand in der Reihe „Die kleinen Wunder des Lebens“ für SchülerInnen an der Klosterschule Marianum in Hegne bei Konstanz statt.

> Link zu den Vortragsfolien auf Slideshare
> Link zum Vortragsvideo auf youtube
> Link zu Bildern des Vortrags

Marketing für Start-Ups – Vortrag im Technologiezentrum Konstanz

naturblau-TZKDas Technologiezentrum Konstanz bietet mit der Vortragsreihe IMPULSE Unterstützungsmöglichkeiten für Start-Ups an. Zielgruppe sind zum einen Menschen, die sich mit dem Gedanken einer Existenzgründung tragen oder sich gerade selbständig machen, zum anderen Unternehmen in den ersten Jahren nach ihrer Gründung. Kooperationspartner des TZK ist die Wirtschaftsförderung Konstanz.

Der Vortrag „Marketing für Start Ups“ von Ralph J. Schiel von der Nachhaltigkeitsagentur naturblau+++ gibt einen Kurzüberblick über zukunftsweisende Marketingstrategien für die speziellen Anforderungen und Chancen bei Start Up Unternehmen. Inhalte sind u.a.: Ziel- und Zielgruppendefinition, nachhaltige Positionierung und Differenzierung eines Unternehmens und Markenpräsenz. Wie kann ein Jungunternehmen zielführende Kommunikation bei Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und Geldgebern sicher stellen. Warum Bio-Bullshit-Bingo keinen Sinn macht und warum Werte wichtiger als Margen sind. An Hand von Praxisbeispielen werden unterschiedliche Lösungswege aufgezeigt.

Zielgruppe
– Gründungsinteressierte
– Existenzgründer
– junge Unternehmen
– weitere Interessierte

> Link zum Vortrag: Marketing für Start Ups

Mittwoch, 20. März 2013, 18 Uhr
im Technologiezentrum Konstanz, Veranstaltungssaal, 1. OG

Wissen schafft Erfolg – 2. Wirtschaftsforum in Singen mit Ranga Yogeshwar

Ranga Yogeshwar
Bild: Veranstalterwebseite

Das zweite Wirtschaftsforum Singen steht unter dem Motto „Wissen schafft Erfolg“. Prominentester Gast wird der Wissenschafts-Journalist, Fernsehmoderator und Buchautor Ranga Yogeshwar sein. Er hält um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema „Die Sinnformationsgesellschaft – Herausforderungen an den zukünftigen Umgang mit Information und Wissen“ und nimmt an der anschließenden Podiumsdiskussion teil. Von 9 bis 17 Uhr wird eine Reihe von Workshops für Führungskräfte und Unternehmer angeboten. Das Organisationsteam um Reinhold Maier (SingenCongress/Kultur und Tourismus Singen) und Oliver Rahn (Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung Singen) arbeitet mit Hochdruck am Detailprogramm.

„Für das Thema unseres zweiten Wirtschaftsforums haben wir uns ganz bewusst entschieden, weil Singen ein wichtiger und zentraler Bildungsstandort für die Region ist“, betont Oberbürgermeister Oliver Ehret. Neu beim Forum wird ein Marktplatz im Stadthallenfoyer sein, auf dem man sich an diversen Ständen über methodische und didaktische Ansätze und Angebote zum Thema Qualifizierung und Bildung informieren kann. „Hier wird auch die Stadt Singen mit ihren Schulen und einem Schülerprojekt Flagge zeigen“, kündigt Oliver Ehret an. „Eingebettet in diesen Marktplatz werden wir ein so genanntes World-Café anbieten, eine neue Workshop-Methode“, berichtet Reinhold Maier. Neu ist auch eine von den Wirtschaftsjunioren initiierte und betreute Twitterwall bei der Abendveranstaltung. Hiermit können Fragen von außen ins Plenum gesendet werden.

Bis zu 150 Teilnehmer können sich zu den Workshops anmelden. Bei diesen werden auch neue, alternative Methoden der Wissenssicherung und -vermittlung vorgestellt, wie zum Beispiel das so genannte Blended Learning. Hierbei werden Präsenzveranstaltungen mit Kommunikation übers Internet verknüpft.

Ansprechpartner: Reinhold Maier ++ Homepage des Veranstalters
Tel: 07731/85-252 ++ maierr.stadthalle@singen.de
Vorverkauf: Tourist Information Singen +49 (0)7731 85-262/-504

Gemeinwohl-Ökonomie – Vortrag Christian Felber

naturblau-Gemeinwohl-OekonomieDie gegenwärtigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Krisen fordern mutige und entschlossene Visionen und Menschen, die sich an der Entwicklung einer sozial nachhaltigen Zukunft beteiligen. Die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie versteht sich in diesem Sinne als Impulsgeber und Initiator für weitreichende Veränderungen.

– Auf wirtschaftlicher Ebene entwickelt die Bewegung konkret umsetzbare Alternativen für Unternehmen verschiedener Größe und Rechtsform.
– Auf politischer Ebene strebt die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie rechtliche Veränderungen mit dem Ziel an, ein bedarfsgerechtes Leben für alle Menschen, Lebewesen und unseren Planeten Erde selbst zu ermöglichen.
– Auf gesellschaftlicher Ebene ist die Bewegung eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht. Die Bewegung gibt Hoffnung und Mut für ein am Gemeinwohl orientiertes Handeln.

Christian Felber ist österreichischer Autor und Referent zu Wirtschafts- und Gesellschaftsfragen. Er ist Gründungsmitglied der österreichischen Sparte von Attac, Initiator der „Demokratischen Bank“ und prägte den Begriff „Gemeinwohl-Ökonomie“.

Mit der „Gemeinwohl-Ökonomie“ beschreibt Christian Felber die grundlegenden Elemente einer alternativen Wirtschaftsordnung. Die erste Version dieses Modells (inklusive einer Gemeinwohl-Bilanz) wurde von UnternehmerInnen aus Österreich 2009 bis 2010 entwickelt. Wichtige Themen sind die Auflösung des Wertewiderspruchs zwischen Markt und Gesellschaft und die wirtschaftliche Erfolgsmessung jenseits rein monetärer Werte.

Im Rahmen des Nachhaltigkeits Wintersemester 2012/13 an der  HTWG Konstanz hält Christian Felber am Donnerstag, den 17.01.2013 um 18 Uhr einen Vortrag zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie.

Die Agentur naturblau+++ stimmt dem (entwicklungsoffenen) Modell der Gemeinwohl Ökonomie im großen und ganzen zu (nicht in jedem Detail) und fordert seine demokratische Umsetzung ein. Daher ist naturblau+++ Mitglied bei der Gemeinwöhl-Ökonomie und erstellt als eines der Pionierunternehmen die Gemeinwohl-Bilanz.

Energiewende – Aufgabe der Städte?

naturblau-HTWG-DroegeWas hat die Stadt Konstanz mit Berlin, Tokyo, Sydney und New York gemeinsam? Ihre 85 % Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bei der Energieversorgung, die aus externen Quellen gespeist werden müssen. Momentan werden 95% davon in Form von Öl verbraucht. Mit dieser Eröffnungsfrage hat Prof. Dr. Peter Droege, Präsident von Eurosolar seinen Vortrag eröffnet. Er sprach an der HTWG Konstanz zu dem Thema „Energiewende – Aufgabe der Städte?“ ein im Rahmen der Kampagne “ZukunftsWerkStadt – Konstanzer schaffen Klima” vortrefflich informationsbeleuchtender Beitrag.

Fünf internationale Hochschulen aus dem Bodenseegebiet agieren zusammen im Forschungsprojekt BAER in den Bereichen autonomer Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien, nachhaltiger Raumentwicklung und der breiten Minderung regionaler Klima- und Energierisiken. Zeil ist der Einsatz von 100% erneuerbarer Energien in der Bodenseeregion. Eine zentrale Lösung hierbei gibt der einzig perfekt funktionierende Fusionsreaktor: Die Sonne. Mit Photovoltaik lässt sich 50 mal effizienter Energie gewinnen als wie zum Bsp. mit der Energiepflanze Mais. Thermischer Städtebau ist nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern eine existenzielle Frage der nahen Zukunft. Die hälfte aller Deutschen Kommunen haben ein Energieunabhängigkeistbesestreben klar formuliert und arbeiten daran. Vorarlberg will bis zum Jahr 2050 energieautonom sein. Das die Stromversorgung bis 2025 in der Bodenseeregion komplett autark sein könnte, wenn die Bestrebungen hierbei von Ländern, Kommunen und Privatleuten weiter intensiviert werden, das haben die ersten Forschungstsudien von BAER eindeutig aufgezeigt. Im Jahre 1914 war ein Drittel der weltweiten Automobilflotte elektrisch betrieben, heute ist es ein kaum messbarer Bruchteil. Wären die Ereignisse vom 11. September 2001 eingetreten, wenn der Mittlere Osten an Stelle von Öl für den Bananenexport bekannt wäre? „Form follows fuel“ – das zeigt sich im Städtebau, bei Shopping Malls, wie viel Raum Parkplätze einnehmen und wie wir unser alltägliches Leben nach fossilen Brennstoffen ausrichten. Das Passivhaus ist tot – es lebe das Aktivhaus. Mit diesen und vielerlei anderen illustren, bewegenden, inspirierenden und provokanten Darstellungen bereicherte Prof. Dr. Peter Droege diesen Themenabend  und brach nicht nur eine Lanze für den bedingungslosen und sofortigen Einsatz regenerativer Energiequellen. Und dies im Sinne und Geiste seines Vorgängers Hermann Scheer.

Nachhaltigkeit als Unternehmensphilosophie – VAUDE

naturblau-vaude-htwg-VortragFrau Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von VAUDE mit Sitz in Tettnang, hielt in einem wundervoll überfüllten Vortragssaal an der HTWG Konstanz einen Vortrag zum Thema „Nachhaltigkeit als Unternehmensphilosophie“. Das vorbildlich verantwortungvoll handelnde Unternehmen hat sich auf den Weg gemacht, bis 2015 Europas umweltfreundlichster Outdoor-Ausrüster zu werden. Um dieses visionäre Ziel zu erreichen, nimmt das gesamte Unternehmen sich selbst und seine Produkte unter die „Öko-Lupe“. Objektiv messbare Ziele für jeden Bereich geben den Weg vor. Nach dem Vortrag bekam ich die Gelegenheit, Frau von Dewitz zu sprechen und mehr über die VAUDE Nachhaltigkeits-Philosophie zu erfahren.

Wie ist das Unternehmen VAUDE entstanden?
1974 gründete Albrecht von Dewitz die Firma VAUDE, die anfangs Bergsportausrüstung vertrieb und eigene Rucksäcke produzierte. Das war in einer Zeit, in der es den Begriff „Outdoor“ noch nicht gab. In den folgenden Jahren wurde die Produktpalette Schritt für Schritt ausgeweitet. Heute bietet VAUDE die komplette Ausrüstung für den Outdoor- und Bike-Sport und gilt als eine der führenden Outdoor-Marken Europas. Von Anfang an spielten ökologische und soziale Themen bei VAUDE eine wichtige Rolle.

Welche Idee und Philosophie stehen hinter VAUDE?
VAUDE steht für Bergsportkompetenz, Innovation und den verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Natur. Wir sind ein modernes Familienunternehmen, das ökologische und soziale Verantwortung erst nimmt. VAUDE hat sich auf den Weg gemacht, bis 2015 Europas umweltfreundlichster Outdoor-Ausrüster zu werden. Und das nicht nur gefühlt, sondern aufgrund objektiver, nachvollziehbarer Kriterien. Um dieses Ziel zu erreichen, nehmen wir das gesamte Unternehmen unter die Öko-Lupe. Wir lassen uns in allen Bereichen von unabhängigen Experten prüfen. Das gibt uns Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein. Dabei freuen wir uns über jeden Nachahmer im sportlichen Wettkampf um den Titel „umweltfreundlichster Outdoor-Ausrüster“. Wettbewerb spornt alle zu besseren Leistungen an, und die Natur profitiert von jedem Engagement.

Von heute aus gesehen: welche Entwicklung hat VAUDE seit der Gründung gemacht?
VAUDE hat sich vom Ein-Mann-Betrieb zu einem der führenden Outdoor-Ausrüster Europas entwickelt. Das Unternehmen erreicht kontinuierliche Zuwachsraten in allen Bereichen. Am Firmenstandort in Tettnang beim Bodensee sind mittlerweile 480 Mitarbeiter beschäftigt. VAUDE zeichnet sich seit jeher durch einen starken Pioniergeist aus. So hat VAUDE zahlreiche Innovationen hervorgebracht, die die ganze Outdoorbranche prägten. Auch wenn es um soziale und ökologische Themen geht, hat VAUDE in seiner Firmengeschichte immer wieder eine Vorreiterrolle eingenommen. Als Öko-Trendsetter der Branche haben wir schon eine Reihe von Meilensteine erreicht.

Seit 2001 arbeiten wir mit dem strengen Umweltstandard bluesign, der die gesamte textile Wertschöpfungskette kontrolliert. Außerdem wurden wir als erstes Outdoor-Unternehmen nach EMAS öko-zertifiziert. Mit der VAUDE Green Shape-Garantie werden Produkte gekennzeichnet, die besonders umweltfreundlich und ressourcenschonend hergestellt werden. VAUDE verfolgt das Ziel, Schritt für Schritt die gesamte Produktpalette umweltfreundlich herzustellen. Seit 2012 ist der Firmenstandort Tettnang und alle dort hergestellten Produkte klimaneutral.

Auch soziale Verantwortung wird bei VAUDE schon immer groß geschrieben. Als Arbeitgeber unterstützt VAUDE seine Mitarbeiter bei der Vereinbarung von Beruf und Familie bzw. Privatleben. Dafür bietet VAUDE einen betriebseigenen Kindergarten, flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitangebote, Home-Office- und Job-Sharing-Möglichkeiten. Dass sich dieses Engagement lohnt, dafür sprechen die Zahlen: 60 Prozent der Belegschaft sind Frauen, 45 Prozent der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. Aber auch weltweit setzt sich VAUDE für faire Arbeitsbedingungen ein, unter anderem durch die Mitgliedschaft bei der Fair Wear Foundation.

Wie werden Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz bei VAUDE in den Unternehmensalltag integriert?
Unsere ganzheitlich Nachhaltigkeitsstrategie, das VAUDE Ecosystem, umfasst alle Bereiche: den gesamten Lebenszyklus der Vaude-Produkte, also Materialauswahl, Design, Produktionsprozesse, Nutzungsphase und Recycling, zum anderen aber auch alle Entscheidungen am Unternehmensstandort, wie zum Beispiel die Nutzung von Ökostrom oder Recyclingpapier. Auf diese Weise nehmen wir unsere Verantwortung für Mensch und Natur systematisch wahr.

Maßgeblich bei der Verwirklichung unserer Ziele ist die Identifikation und der starke persönliche Antrieb der VAUDE Mitarbeiter und der Geschäftsführerin Dr. Antje von Dewitz. Viele VAUDE-ler sind überzeugte Naturliebhaber und wissen, was es zu bewahren gilt. Das motiviert, die eigene Arbeit ökolgisch zu gestalten. So entstehen Spitzen-Produkte mit einem immer geringeren ökologischen Fußabdruck.

Welche Rolle spielt dabei Ökostrom?
Eine sehr wichtige: Seit Mitte 2009 verwendet VAUDE am Firmensitz 100 % erneuerbaren Strom. Die eigene Photovoltaik-Anlage produziert gut eine Drittel des eigenen Stromverbrauchs. Eine weitere PV-Anlage ist gerade im Bau. Insgesamt wird nach deren Fertigstellung 100 % des eigenen Stromverbrauchs per PV produziert.

Wie schwierig ist es, in der Textilbranche nachhaltig zu produzieren?
Die Herausforderung nachhaltig zu produzieren, ist für uns als Outdoor-Unternehmen sehr groß. Die ökologische Ausrichtung ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Von Outdoor-Produkten werden Funktionalitäten wie Wasser-, Wind- und Schmutzabweisung oder Atmungsaktivität erwartet. Um diese Eigenschaften zu gewährleisten, bestehen die Produkte überwiegend aus synthetischen Materialien auf Erdöl-Basis, und ihre technische Performance wird oft über chemische Ausrüstungen erreicht. Gemäß unserer Produktphilosophie „Performance meets Ecology“ lassen wir uns material- und produkttechnisch an „best available technology“ – am neuesten Stand der Technik – messen. Als Mitglied der Fair Wear Foundation werden wir an strengsten Sozialstandards gemessen.

Aber wie bewertet man, ob ein Material, ein Verfahren oder ein Produkt „umweltfreundlich“ ist? Vor allem, wenn es weltweit keinen Maßstab, kein fertiges Bewertungssystem, kein „Zertifikat“ gibt? VAUDE ist in diesem Bereich Pionier und hat ein eigenes Bewertungssystem entwickelt: die Green Shape Garantie. Die Voraussetzungen dafür erfüllen Produkte, die aus mindestens 90 % umweltfreundlichen Materialien bestehen oder mit besonders ressourcenschonenden Verfahren hergestellt werden.

Umweltfreundliches unternehmerischen Handeln und eine umweltfreundliche Produktion kosten mehr, als wir dem Markt weitergeben können. Wir verzichten bewusst auf einen Teil der Marge, was wir uns durch unser starkes Wachstum leisten können.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?
Wir möchten unseren Anteil an Green Shape Produkten in der Gesamtkollektion steigern und unsere Klimaneutralität auf unsere eigenen Produktionsstandorte weltweit und alle dort produzierten Produkte ausweiten.