Danke an unsere Kooperationspartner

Insbesondere in schwierigen Zeiten fällt einem auf, was wirklich wichtig ist: Menschen, Unternehmen und Einrichtungen, die dafür sorgen, dass wir und viele andere mit dem versorgt werden, was man zum täglichen (Über)Leben wirklich braucht.

Wir möchten uns an dieser Stelle bedanken bei all unseren Partnern und Kunden in diesen Bereichen: Soziales, Pflegedienste, Behindertenwerkstätten, Altenversorgung, Familienbetreuung, Gesundheitsdienstleister, Landwirte, Erzeuger, (Bio-)Lebensmittel-Lieferanten, Biofachhandel, Regionalversorger, Kommunale Einrichtungen, u.v.m.

Wie wertvoll und schön, dass es euch gibt und dass wir einen kleinen Beitrag leisten dürfen, euch bei eurer wichtigen Arbeit zu unterstützen. Gerade auch jetzt. Danke!

Wir sind weiterhin uneingeschränkt da: Unser Agenturbetrieb wird fortgesetzt. Dass dabei die Gesundheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität hat, ist selbstverständlich.

Auch wenn wir nur eine vergleichsweise kleine Agentur sind, werden auch wir von naturblau+++ durch die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie (Corona-Virus) täglich vor neue Herausforderungen gestellt. Was gestern noch gültig war, kann morgen schon wieder überholt sein.

Wir haben bei uns proaktiv zahlreiche Maßnahmen initiiert, die die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeitenden bestmöglich sicherstellen und die Arbeitsfähigkeit erhalten soll. Wir haben im Bedarfsfall unsere Mitarbeitenden technisch zur Sicherheit mit alternativen Home-Office-Optionen ausgestattet.

Mit unseren Hygiene-Maßnahmen und den damit verbundenen Regeln und Notfallplänen erreichen wir einen sehr hohen Hygienestandard. Dadurch kann eine mögliche Ausbreitung des Virus in unserem Unternehmen minimiert werden. Das sind die Vorteile in einem kleinen Team, das sich aufeinander verlassen kann und ehrlich miteinander umgeht. Dennoch haben wir auch hier nicht 100 %ige Sicherheit.

Wir übernehmen als verlässlicher Partner Verantwortung, über Veränderungen frühzeitig zu informieren. Wir beobachten die Situation und Entwicklung täglich weiterhin sehr genau und versichern, dass wir alles unternehmen, um in dieser Situation verantwortungsvoll und mit aller Sorgfalt zu handeln.

Unsere PartnerInnen können sich weiterhin auf uns verlassen, dass wir sie mit ihren Anfragen bedienen können, so dass sie in ihrer Tätigkeit mit ihren Kunden durch unser Mitwirken eine Unterstützung erfahren.

Sollte es darüber hinaus Fragen geben, stehen wir jederzeit gerne dafür zur Verfügung. Wir glauben fest daran, dass wir diese Situation gemeinsam gut durchstehen und wünschen Gesundheit und Wohlergehen.

Das naturblau+++ Team

Dr. Jane Goodall – Standing Ovations auf der Biofach 2020 Nürnberg für ihre bewegende Keynote

Ihre Keynote von Dr. Jane Goodall, DBE (Dame Commander of the Order of the British Empire), Primatenforscherin, Umweltaktivistin, UN-Friedensbotschafterin hat den Saal in einen auraähnlichen Zustand versetzt.

hier ist ein youtube-Link zur Rede von ihr (in Englisch)

Mit ihrer ruhigen, gelassen und doch eindringlichen, mitnehmenden und pointierten Art, wie Sie zu den Fachbesuchenden der Bio-Branche und den anwesenden PolitikerInnen sprach war mehr als beeindruckend.
„Wir leben in dunklen Zeiten“, so die 85-jährige Grand Dame. Und dies führte sie anhand von einigen Beispielen aus. Sie verstehe z.B. bis heute nicht „warum der Mensch als das intelligenteste Wesen, das jemals auf dieser Erde gewandelt ist, sich derart unintelligent verhält“.

„Wir schicken Roboter zum Mars und haben dabei vergessen, dass wir ausschließlich auf diesem blau-grünen Planeten existieren können.“ Und dies gefährden wir im Moment massiv. „Offenbar haben wir die Verbindung zwischen unserem Gehirn und unserem Herzen verloren“, fügte sie an. Sie forderte dazu auf, diese Verbindung wieder herzustellen und dass wir jeder selbst allein dafür verantwortlich sind, wie unser eigenes Leben und das unserer Nachkommen zukünftig aussehen kann.
In der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel der Biofach, sieht die geborene Engländerin eine Option ds zusammenkommens von Menschen, die alle ihren Teil dazu beisteuern wollen, dass sich die Dunkelheit, auf die wir zusteuern, wieder lichtet.

Auch wenn Sie dies nicht explizit so formulierte, aber als Anwort auf die vorhergehende Rede der Bundesagrarministerin Deutschlands, Frau Julia Klöckner, nannte sie die industrielle bzw. konventionelle Landwirtschaft als sehr großes Problem. Die Umstände, in den Millionen von Tieren in Ställen weltweit lebten würden viel eher an Konzentrationslager erinnern, als an natürliche Lebensweise. Dies sei unerträglich für sie selbst.

„Jeder mache jeden Tag den Unterschied“, sagte sie weiter. Ihre Hoffnung auf eine Wende schöpfe sie u.a. hieraus: Der Kraft und Unbezwingbarkeit des menschlichen Gehrins und Geistes, der Regenerationskraft der Natur und der Energie und Begeisterung, die weltweit bei jungen Menschen zu finden oder geweckt werden können.

Und eben jene Begeisterung vermochte Jane Goodall auch an eben jenem Tag bei der Biofach bei den 1.000 Zuhöhrenden zu entfachen. Mit stehenden Ovationen und tosendem Applaus wurde es ihr gedankt.

Diese Frau versteht es, zu motivieren, zu begeistern und Leute ins Handeln zu bringen. Möge sie diese gabe noch lange selbst vielen vielen Menschen zu Teil werden lassen. Am besten von ihr direkt selbst zu erleben, oder auch in einem ihrer zahlreichen Dokumentarfilme oder Büchern. Danke, Jane Goodall, dass ich dies miterleben durfte.

naturblau feiert 5-Jähriges

naturblau-CSR-Preis-Jubilaeum

Liebe Freunde, Partner, Kunden, Lieferanten, Wegbegleiter, Unterstützer, Mitanstubser, Netzwerkler, Gönner, Stakeholder, Daumendrücker, Visionäre, Vorbilder, Flüsterer, Marktbegleiter,

Dank euch und auch aller anderer, die sich an anderer Stelle wieder finden, können wir unser 5-Jähriges Bestehen der Werteagentur naturblau+++ feiern. Dank euch haben wir uns auf dem blauen Pfad dahin weiter entwickelt, wo wir heute stehen und werden bedachtsam weiter wachsen, sowohl von unserem Werteverständnis, wie auch von unserer Ausrichtung in den Kooperationen her. So viele wundervolle Menschen und deren Wirken haben uns im Laufe der Zeit gefördert, inspiriert und motiviert, um uns zu immer besseren und zukunftsweisenderen Projekten und Lösungen zu bringen.

 Kreativität, Werte und  Glück sind dabei unsere Leitsterne geworden. Der strategische Fokus unserer Projekte hat sich zur „Quintessenz der Nachhaltigkeit“ hin entwickelt. Ein ausgewogenes Verhältnis von Ökonomie, Ökologie, Sozialem, Regionalem und Kulturellem – auf einem demokratischen Grundverständnis basierend.

Dies alles wäre ohne ein vielfältiges und aktives Netzwerk an Menschen und deren Institutionen nicht in der Art möglich gewesen, die uns er selber immer wieder positiv überrascht, wie weit wir gemeinsam in in welch kurzer Zeit bereits gekommen sind. Wir freuen uns auf die weitere Reise zusammen und blicken gespannt, zufrieden, dankbar und auch ein bisschen stolz in die himmelblaustrahlende Zukunft, was sie uns noch alles bringen mag.

Unser Jubiläum haben wir mit unserem Kernteam auf der Preisverleihung des Deutschen CSR Preises in Ludwigsburg gefeiert. Und auch hier gab es wieder zahlreiche neue Eindrücke und Begegnungen, wie z.B. mit der Koch-Welt-Retterin Sarah Wiener, dem wahrlich würdigen CSR Preisträger Team von Neumarkter Lammsbräu oder mit dem sozialen Kapitalisten Dr. Michael Otto.

Ein paar Impressionen dazu gibt es in der Bildergalerie > hier.

Cradle 2 Cradle – Interview zum Kreislaufwirtschaftsmodell mit Dr. Michael Braungart

naturblau cradle2cradle Braungart

Das Prinzip Cradle to Cradle – zu Deutsch „Von der Wiege zur Wiege“ will nicht weniger als die Basis für die nächste industrielle Revolution sein. Im Kern besagt diese Kreislaufwirtschaft, dass alle in einem Fertigungsprozess eingesetzten Rohstoffe über den Lebenszyklus einer Ware hinaus wieder vollständig in den Produktionsprozess zurück gelangen sollen. Sowohl für biologische Kreisläufe bei Verbrauchsgütern sowie für technische Kreisläufe bei Gebrauchsgütern. Das Konzept kennt – wie die Natur selbst – keinen Abfall und soll positiven Einfluss auf Mensch, Wirtschaft und Umwelt schaffen. Es geht um einem neuen Umgang mit Ressourcen und Stoffströmen.

Der Cradle to Cradle Ansatz fängt ganz vorne in der Entwicklungs- und Herstellungskette an, nicht erst beim Recyceln. Das ist auch der Hauptunterschied zu bisher bekannten Verfahren, bei denen Materialen zwar wiederverwertbar sind, es aber entweder Abfallstoffe gibt, oder die Grundstoffe der Natur unwiederbringlich entzogen werden und es so zu einem weiteren Ressourcenschwund kommt.

Dass diese schon längst keine reine theoretische Vision ist, sondern schon heute in zahlreichen Produkten und Dienstleistungen Anwendung findet, zeigen zahlreiche Beispiele aus unterschiedlichsten Bereichen. Wenn es auch zunächst als Scherz anmutet, wenn Kleidungsstücke und Plüschtiere „essbar“ sind, da sie aus rein natürlichen Bestandteilen hergestellt wurden, sie sich aber ganz normal anfühlen und nicht von konventionell erzeugten Produkten zu unterscheiden sind, so wird das Ganze erst dann richtig spannend, wenn es um unendlich wiederverwertbare Kunststoffe, umweltfreundliche und gesunde Haushaltsprodukte und ganze Bauverfahren geht. Allein in Baden-Württemberg sind  rund 11.000 Produkte und 30 Firmen Cradle to Cradle zertifiziert.

Ein entscheidender Faktor, dass das in der Praxis funktioniert hierbei ist das Zusammenspiel von Ingenieuren, Marketing und Designern. Es erfordert von allen beteiligten bis hin zu den Mitarbeitern im Unternehmen vor allem ein kreatives Umdenken in den Köpfen.

Der Chemiker und Verfahrenstechniker Dr. Michael Braungart ist Vorreiter und einer der Vordenker von Cradle to Cradle. Zusammen mit seiner Ehefrau, der Mitbegründerin von Greenpeace Deutschland und Vorsitzenden des Cradle 2 Cradle e.V.  Dr. Monika Griefahn erläutert Sie in einem Interview das Cradle 2 Cradle Modell:

Wie müssen zukunftsfähige Produkte aussehen?

Dr. Monika Griefahn (MG)
Die Leute wollen in ihrem Alltag und beim Konsumieren Vielfalt, Qualität, Schönheit und sie wollen vor allem oft nicht dem Überfluss entsagen. Das geht aber nur dann lange gut, wenn wir es schaffen die linearen Linien des unwiederbringlichen Verbrauchens und Aufzehrens von Rohstoffen durch etwas neues und schlaueres zu ersetzen. Wir brauchen vor allem intelligente Produkte. Dabei geht es nicht so sehr um Effizienz, sondern vor allem um Effektivität. Wir brauchen die richtigen Produkte, wenn es um Essen, Kleidung, Wohnen und auch einen gewissen Lebensstandard geht. Das ist vor allem entscheidend bei den Ländern, die heute an der Schwelle der industriellen Entwicklung stehen, wo wir in Europa vor ein paar Jahrzehnten waren. Ich denke dabei z.B. an China, Afrika oder Indien, dass dort nicht die gleichen Fehler gemacht werden wie bei uns, sondern gleich die richtigen Produkte, die in Kreisläufe gehen, Verbreitung finden. Produkte müssen sexy sein, die Sinnlichkeit der Menschen ansprechen und dennoch müssen wir uns vom klassischen Konsum an manchen Stellen verabschieden. Es muss zukünftig sicher nicht ein SUV sein, sondern einfach ein gutes Verkehrssystem.

Dr. Michael Braungart (MB)
Wir verlieren momentan ca. 5.000 mal mehr Boden als dass neu hergestellt wird. Das heißt, dass die Erde für ca. 5 Milliarden Menschen ausgelegt ist, so wie wir jetzt wirtschaften. Das wiederum bedeutet, wir müssen die Dinge grundsätzlich neu und anders machen und nicht das bestehende nur stückchenweise Optimieren. Das ist nur eine scheinbare Verbesserung, löst aber nicht unsere Probleme im Ansatz.

MG
Ein wichtiger Anteil dieses neuen Machens ist, dass wir Produkte in Zukunft hauptsächlich nur noch Nutzen und nicht – so wie Heute – immer gleich besitzen wollen. Das wird der entscheidende Änderungsfaktor sein. Jüngere Leute wollen heute z.B. oft kein eigenes Auto haben, sondern nutzen CarSharing. Sie wollen nicht einfach nur doof einen Parkplatz suchen und viel Geld für ein veraltetes Statussymbol ausgeben. Sie wollen einfach nur von A nach B kommen. Auch vieles anderes wird heute geteilt und dieses Konzept findet sich auch in Cradle to Cradle wieder. Man kauft eine Serviceleistung wie z.B. 1000 Mal Waschen in einer Waschmaschine und nicht die Waschmaschine selbst. Das Eigentum darf nicht mehr so Religion sein, wie es heute noch meistens ist.

Welche Rolle kommt bei der Entwicklung von vorausschauenden Konzepten der künftigen Generation von Gestaltern und Designern zu und wie sieht es da momentan in der Lehre aus?

MG
Wir sehen an den Hochschulen viel Interesse und dass sich da einiges anfängt zu bewegen. Eine Vernetzung findet immer mehr statt und es wird erkannt, dass man sich um den gesellschaftlichen Anspruch kümmern muss. Wie kann man Dinge nützlich und positiv für die Menschen machen ist die Aufgabenstellung.

MB
Die Designer werden dadurch wirklich wichtig. Weniger dass sie ein Schnörkelchen hier und ein nettes Gadget da machen, sondern vielmehr, dass sie wirklich echte Gestalter werden, indem sie das Produkt innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette beeinflussen können. Die Frage ist aber, haben wir hierbei genügend kreative Leute, die wirklich diese Verantwortung übernehmen wollen? Oder haben wir eher die Künstler, die ein einigermaßen gesichertes Einkommen haben wollen? Es darf eigentlich keine Designschule in Europa geben, die nicht Cradle to Cradle auf dem Plan hat. Der Designer steht bei unserem Ansatz im Mittelpunkt. Nur momentan ist es einfach so, dass die Hälfte der Designer einfach keine Lust hat dazu. Wir sprechen oft die falschen jungen Leute an, Designer zu werden. Viele Leute werden Ingenieure, obwohl sie eigentlich Designer wären. Viel Betriebswirte wären wunderbare Designer, Kommunikationsdesigner, Prozessdesigner, oder im Supply Chain Management genau an der richtigen Stelle – wenn man all diese Dinge als Designer machen könnte; das hätte eine ganz neue Qualität. Und vor allem muss man heute hierbei noch viel besser zusammen zu arbeiten in diesen unterschiedlichen Disziplinen. Auch in Hochschulen und in Unternehmen.

Wie kann dieses neue Denken und Handeln in der Gestaltung von Architektur und beim Wohnen ausschauen?

MG
Da ist es leider oft so, dass Dinge von Außen betrachtet schön ausschauen, aber inhaltlich am Ziel vorbeigehen. Oft wird zu kleinteilig gedacht. Der Mensch wird der Architektur angepasst und nicht die Architektur dem Menschen und der Natur. Der Baubereich nimmt fast die Hälfte aller Materialien und aller Energie ein, die wir verbrauchen und wenn der anders wird, dann hat das auch auf alle anderen Dinge einen positiven Einfluss.

Wenn es um Produktion der Zukunft geht, dann sind 3D Drucker ein großes Thema. Wie sehen Sie da die Chancen und Risiken dieser technischen Innovation?

MB
Das 3D-Druckmaterial, was sie momentan haben, ist eine Gemeinheit. Weder die Weichmacher, noch die Antioxidenzien, noch die UV Stabilisatoren – nichts ist wirklich für die Menschen hergestellt. Sie vergiften die Menschen quasi damit. Was Umwelt und Gesundheit angeht, sind die 3D Materialien noch extrem rückständig entwickelt. Wenn ich aber das 3D Material den Menschen nur als Dienstleistung anbiete und es z.B. in einer Art Bank lagere, wo man es sich ausleiht, dann kann ich viel bessere Materialein verwenden. „Lieber besser als billiger“ müsste auch hier die Devise sein.

Wo bedarf es staatlicher Regularien und politischer Vorgaben bei der Durchsetzung von nachhaltigem Handeln?

MG
Z.B. im Beschaffungswesen. Politik kann hier Beschaffungsrichtlinien vorgeben, in der Elemente eines verantwortungsvollen und umsichtigen Einkaufs vorgegeben werden. Studentenwerke machen dies sehr häufig, dass sie als öffentlicher Träger sinnvoll bewusst Material einkaufen.

MB
Und es gibt natürlich auch ganz klare Grenzen, was nicht privatisiert werden darf. Das sind elementare Dinge zur Daseinsvorsorge, wie z.B. Krankenhäuser und Trinkwasser. Da kann die öffentliche Hand Dinge vorgeben, die andere dann inspirieren. Die Kommune hat sicherlich die weitesten Handlungsmöglichkeiten. Auch im Bereich Wohnen. Hier könnte man mit den zuständigen Institutionen workshops durchführen und aufzeigen, dass eine Cradle to Cradle Bauweise durchaus gar nicht teurer sein muss, als konventioneller Bau.

Ein anderes Beispiel: Wenn z.B. Konstanz sagen würde, wir wollen 2020 alles Papier kompostierbar haben, dann würden die Konstanzer Druckerei eine Chance haben. In drei Jahren werden sie andernfalls weg sein. Weil über digitaldruck, über 3D Druck und über andere Dinge, werden sie über die Produktion von Broschüren und Zeitschriften den Offsetdruck gar nicht mehr halten können, weil sie zu teuer sind. Ich kann am nächsten Tag in Zürich die Broschüre aus China viel billiger einfliegen lassen. Und hier wird dann das ganze teuer entsorgt. Jetzt und heute geht es um Innovation. Und nicht erst morgen.

Wegwerfen ist eigentlich ein Lustvoller Vorgang, aber halt mit den richtigen Materialien. Man könnte z.B. einen Erlass erteilen, der besagt bis 2030 wird kein Müll mehr verbrannt. Das hätte zur Folge, dass die Produkte neu werden müssten. Nehmen Sie als Beispiel Babywindeln. 20 % der Konstanzer Müllmenge sind Windeln. Momentan sind diese Wasserspeicher so beschaffen, dass sie nur verbrannt werden können. Wenn man dies vom Material her ändern würde, könnte man das einsammeln, sterilisieren und ein Pflanz-Substrat gewinnen. Man könnte dann mit einem Baby 150 Bäume pflanzen. Heute wird nur an irgendwelchen belanglosen Pseudoinnovationen bei Windeln herumfuhrwerkt und dann über geschicktes Marketing verkauft. Wenn man einmal verstanden hat, dass weniger schlecht nicht gut ist, sondern nur schlecht weniger, dann möchte man mit weniger schlecht nicht weiter machen.

Weitere Infos: http://c2c-ev.de/

Das Interview führte Ralph J. Schiel im Rahmen der inselDENKER Show von Tobias Bücklein.

Unternehmen Zukunft – Konstanzer Wirtschaftsveranstaltung

naturblau-Unternehmen-Zukunft-KonstanzDie Stadt Konstanz setzt ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort: Aus Unternehmersicht wurde vor rund 220 Gästen im Konstanzer Konzil über die Chancen und Möglichkeiten für eine erfolgreiche Zukunft diskutiert.

Dies fand im Rahmen einer Präsentation der aktuellen Unternehmensbefragung und des Fachkräftemonitorings für Konstanz und die Region statt. Eine überdurchschnittlich hohe Rücklaufqoute bei der Befragung der Konstanzer Unternehmen bildete eine solide Grundlage für aussagekräftige Fakten zu den Stärken, Schwächen und Optionen für den Standort momentan und in Zukunft.

Diese Erkenntnisse wurden von namhaften Unternehmern selbst auf dem Podium und im Publikum diskutiert: Bert Klebl (LDC), Johannes Kirmaier (Transco Süd), Marina Seeberger (Fuchs GmbH), Gero Lüben (exorbyte GmbH), Lisa Sophia Friedrich-Schmieder (Kliniken Schmieder KG), Armin Karl (Ingun Prüfmittelbau GmbH) und Oberbürgermeister Uli Burchardt. Auch Interessenvertreter von Handwerkskammer und IHK kamen zu Wort. Professionell, dramaturgisch ausgefeilt und für das Publikum kurzweilig führte Martina Meisenberg als Moderatorin durch die Veranstaltung.

Die Veranstaltung überzeugte die Teilnehmer durch das ungewöhnliche Format und die hohe Qualität der einzelnen Beteiligten. Auch beim anschließenden Apero war die positive Stimmung und Zukunftszuversicht der Teilnehmer in den Einzelgesprächen deutlich zu spüren.

Die Organisatoren des Events Christina Groll von der Wirtschaftsförderung, Eberhardt Baier vom Hauptamt der Stadt Konstanz, sowie Friedhelm Schaal ebenfalls von der Wirtschaftsförderung haben hier eine Messlatte gelegt, die anregt, motiviert und Lust auf weitere positive Wirtschaftssignale macht.

Trotz aller kürzlich zurückliegender – oft auch medial aufgebauschter – vermeintlicher Rückschritte durch den Abgesang einiger weniger größeren Unternehmen wurde mir hier eines wieder ganz klar: Das Jammern und Zähneklappern über insbesondere Wohnungs- und Verkehrssituation ist zwar in Teilen sicherlich berechtigt, aber ganz sicher auf einem sehr hohem Niveau. Uns allen geht es hier wirtschaftlich und privat so was von gut, dass ich hierfür im Duden leider keine adäquate Begrifflichkeit finden konnte.

Mein persönlicher Eindruck wurde auch darin bestärkt, dass auch Zukunft keine großen Wirtschafts-Player – die schnell kommen und noch schneller gehen – für das eigentliche Potential und den wirtschaftlichen Erfolg von Konstanz entscheidend prägend sein werden. Gerade die Heterogenität und dienstleistungsbezogenen Schwerpunkte des hiesigen Unternehmertums zusammen mit den lebensqualitativ herausragenden Umgebungssituationen werden das Geschick der Stadt bestimmen. Zusammen mit den „Hidden Champions“, regionalen und – von mir aus auch mal – globalen Leuchttürmen ist dies das Kapital, auf das die Stadt und Politik setzen muss.

Notwendig ist hierzu eine klare, nachhaltige Profilierung der Stadt Konstanz und eine zielgerichtete Weiterführung und Erweiterung der Idee der ZukunftsWerkStadt. Im Vordergrund stehen nicht Gewinnmaximierung der Unternehmen und ungezügelter Konsum der Bürger, sondern eine unternehmerische und gesellschaftliche Werteorientierung, die eine tragfähige Haltung für kommende Generationen im Einklang mit sozialen und ökologischen Aspekten vereint. Oder, um es mit dem von Dr. Heiner Geißler mitgetragenen Terminus zu umschreiben: „Unsere Zukunft liegt in der Ökosozialen Marktwirtschaft.“

> Link zur Eröffnungsrede von Dr. Heiner Geißler im Rahmen der Veranstaltung „Erst der Mensch, dann der Markt.“

Unternehmen Zukunft Konstanzer Wirtschaft
vlnr: Oberbürgermeister Uli Burchardt, Marina Seeberger (Fuchs GmbH), Armin Karl (Ingun Prüfmittelbau GmbH), Martina Meisenberg (Moderation), Gero Lüben (exorbyte GmbH), Lisa Sophia Friedrich-Schmieder (Kliniken Schmieder KG) – Bild: von Stadt Konstanz zur Verfügung gestellt.

Harald Welzer – Selber Denken

Harald Welzer - Selber DenkenProf. Harald Welzer, der führende deutsche Sozialpsychologen sprach Im Rahmen des Nachhaltigkeits Sommersemesters 2013 der HTWG Konstanz mit Meinhard Schmidt-Degenhard über seine aktuellen Forschungen und Projekte. Titel der Veranstaltung war „Rückblick auf die Zukunft“.

„Unterm Strich zähl‘ ich“. Am Beispiel dieses Werbeslogans der Postbank macht Harald Welzer den Ausdruck einer gesellschaftlichen Haltung von Hyperkonsum, Gier und Egozentrik deutlich. Es geht um die Tatsache, dass jeder Mensch ca. 10.000 Dinge besitzt und was das für Folgen auf sein Wirken und seine Umwelt hat. 50.000 Produkte im Supermarkt führen zwangsläufig zu immer merh ansteigendem Konsum, kürzeren Produktzyklen und somit auch mehr Müll. Das geht momentan noch, ist aber immer auf Kosten von anderen – sprich meist zu Lasten von anderen Ländern, die das 5 Euro T-Shirt bei uns mit einem wesentlich höheren Preis bezahlen müssen. Die Organisationsvorteil der reichen Länder und der Klimawandel tragen zu einer erzwungenen Migration bei und im Gegenzug steigt die Grenzsicherung gegenüber den Klimaflüchtlingen.

Weiteres Wachstum kann hier sicherlich nicht die Lösung sein. Vielmehr eher der Weg der Verringerung von Effizienz, und die Abkehr von einem scheinbar immer besseren, schnelleren, erweiterten und bequemerem Lebensstil. Der Kapitalismus hat sich im Laufe der zeit verselbständigt, gräbt seine eigenen Grundlagen ab, auf denen er aufgebaut wurde, wie z.B. Ressourcen und soziale Gefüge und gleicht somit dem Zauberlehrling, der der Geister nicht mehr Herr wird, die er rief. Fremdversorgerstrukturen nehmen zu, die eigene Verantwortung in der Umkehr ab. Wir bekommen vieles fixfertig präsentiert und müssen kaum mehr selber denken, was wirklich richtig und falsch ist. Wir haben immer weniger Wirksamkeitserfahrungen und echte persönliche Erfolgserlebnisse. Und das nur, um den zivilisatorischen Standard aufrecht zu erhalten zu versuchen.

harald welzer
Bild: Thomas Langreder, Fischer

Und dabei glauben nur noch 13% der Bundesbürger, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden, als sie selbst. Ist das nicht ein direktes Zeichen, das da was Falsch auf Pump und mit eingebautem Verfallsdatum läuft gerade?
Was kann man jetzt und hier tun? Wissen anhäufen? Moralin vergießen und ein bigotte Haltung einnehmen? Prof. Harald Welzer gibt auch hierauf ein klare Antwort: Die Praxis. z.B. Mikrogenossenschaften, Transition Towns und Tauschhandel als direkt und sofort umsetzbares Mittel. Dies macht Sinn und erzeugt auch noch ein gutes Gefühl. Dinge einfach mal anders tun, als gewohnt. So wie der Schuhhersteller aus dem Waldviertel der alle regeln des klassischen BWL einfach über den Haufen geschmissen hat was Gehaltsstrukturen, Lieferantenketten und soziale Regeln in seinem Betrieb betrifft – und damit überaus erfolgreich ist. Lokale Kulturen etablieren und dabei den nachhaltigen Aspekt immer mit dem sozialen Verbinden, das ist ein vielversprechender Weg für ein Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft. Diese Veränderung der Praxis ist ein Prozess, den man üben muss. Im privaten und im geschäftlichen.

Auf meine Frage hin, was er denn für einen Tip für einen Kommunikationsdesigner hätte, wie man mit Branding und Werbung umgehen soll, schreibt mir Herr Harald Welzer dann als Widmung in das Buch Selber Denken: „Tip: Für eine andere Haltung werben.“ Das werde ich sicherlich beherzigen. Im Blauton stimmen naturblau+++ und der Bucheinband von Selber Denken ja schon mal überein. Die Inhalte, das ist es, woran wir arbeiten und steig besser werden wollen.

weitere Infos: futurzwei.org

 

naturblau wünscht entschleunigte Feiertage

naturblau Maya 2013Das Team von naturblau+++ wünscht allen bloggerInnen, Kunden, Partnern und Freunden entschleunigte Feiertage und einen fabulösen Start ins neue Jahr 2013! Wir haben den ultimativen Beweis gefunden, dass morgen die Welt nicht untergehen wird und blicken daher optimistisch in die Zukunft! Ab 7. Jänner 2013 sind wir wieder am Startblog.

Kampagne: „ZukunftsWerkStadt – Konstanzer schaffen Klima“

naturblau-ZukunftsWerkStadt-KampagneWie wollen wir innerhalb einer Stadt und Kommune zusammen leben? Wie wollen wir unsere Gemeinschaft gestalten, so dass sie für alle BürgerInnen auch in Zukunft lebenswert ist? Diese Leitfragen bilden den Rahmen für die Kampagne der Stadt Konstanz „ZukunftsWerkstadt -Konstanzer schaffen Klima!“

Unter diesem Motto will die Stadt Konstanz gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern ihre Ideen zu einer nachhaltigen zukünftigen Entwicklung der Stadt ausarbeiten und umsetzen. Dabei steht die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund: sie müssen bei der Auseinandersetzung mit den sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen direkt beteiligt sein. Gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sollen die Bürgerinnen und Bürger Maßnahmen entwickeln oder bereits angedachte Konzepte in die Tat umsetzen, die Konstanz fit für die Zukunft machen.

Die globale Vision der 2000-Watt-Gesellschaft sieht eine nachhaltige Nutzung und gerechte Verteilung der natürlichen Ressourcen vor. Neben der Reduktion von Treibhausgasen wird die Begrenzung des Energiebedarfs auf ein nachhaltiges Maß angestrebt, welches sie auf 2000 Watt Dauerleistung pro Person festlegt (Primärenergiebedarf). Dabei sollen mindestens 3/4 der dann noch benötigten Primärenergie durch erneuerbare Energien bereitgestellt werden. Kommunale Handlungsfelder für die Energiewende sind: ‚Wohnen‘, ‚Mobilität‘, ‚Konsum/Ernährung‘ und ‚Freizeit‘.

Weitere Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten finden sich hier:

> facebookseite zur Kampagne
> blog zur Kampagne
> Webseite der Stadt Konstanz

Das Team von naturblau+++ begleitet die Kampagne als Lead-Kommunikations-Agentur und zeigt sich für die Konzeption und Umsetzung des Erscheinungsbildes und der Medien verantwortlich.

 

Ergebnis OB Wahl Konstanz 2012

Herzlichen Glückwunsch an Uli Burchardt zum klaren Wahlerfolg der Oberbürgermeisterwahl! Ich freue mich auf eine handlungskompetente Persönlichkeit und baue auf die Fundamente seiner visionären Kraft mit großem Einfluss auf eine verantwortliche Stadtentwicklung.

Für Konstanz wäre es sicher von Vorteil, wenn Frau Dr. Sabine Seeliger sich weiterhin mit ihren vielen guten und praktikablen Ideen in das Stadtgeschehen konstruktiv einbringt und hierbei Gehör und Unterstützung findet.

Danke lieber Südkurier, dass die Ergebnisse und Berichte vom Wahltag aktuell – und nun wieder kostenlos – online zu sehen sind.

An Frau Sabine Reiser geht ein Dank für die Investition von einem stattlichen Wahlbudget von über 60.000 Euro in unsere Stadt. Hoffentlich gehen nicht allzu viele ihrer Unterstützer auf  Grund von einem möglichen Erfolgsbeteiligungsmodell leer aus. Ich wünsche bei der Weiterreise im Zuge ihrer Politikkarriere alles Gute.

Gute Reise Frau Reiser
Vor der Projektion des vorläufigen Endergebnisses im Rathausinnenhof; Foto: anonymous

Die Wahl ist rum, viele neue zwischenmenschliche Erkenntnisse sind gewonnen worden. Viele Leute haben teils überraschende Farben bekannt. Manche offen, manche versteckt. Die Konstanzkugel dreht sich weiter und wir alle zusammen mit ihr.