Reden wir über Werte – Im Interview mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg MFG

Enkeltaugliche Markenbildung? Das geht. Auch in der Kommunikationsbranche ist das Thema Nachhaltigkeit angekommen. Über Greenwashing und Alibi-Kampagnen hinaus setzen sich inzwischen Unternehmer*innen und kreative Köpfe aus Werbung und Marketing inhaltlich mit nachhaltigen Aspekten auseinander. Nicht zuletzt, weil Kommunikation dann am besten funktioniert, wenn man voll und ganz hinter dem steht, was man sagt.

Aber was macht „gute“ Kommunikation aus? Werte, sagt Ralph J. Schiel, Gründer und Geschäftsleiter von naturblau+++ Die Werteagentur. Schon vor acht Jahren hat sich naturblau darauf spezialisiert, grüner und zukunftsfähiger zu werben, und gilt in der Bodenseeregion als Pionier der nachhaltigen und werteorientierten Markenkommunikation. Wie die MFG Baden-Württemberg hat die Werteagentur aus Orsingen-Nenzingen die WIN-Charta unterzeichnet. Ralph J. Schiel spricht mit der MFG-Redaktion über seine Beweggründe und Werte, interdisziplinäre Lösungsansätze und Transformationsdesign.

hier ist der Link zum Interview in voller Länge

naturblau +++ Haltung zu Gestaltungswettbewerben & Pitches

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> Link zum Video

Text:

Wir sind nicht Anonymous.
Wir sind naturblau+++
Über viele Jahre beobachten wir den Wettbewerbsmarkt.

Wir sind politisch.
Gestaltung ist immer politisch.
Gestaltung ist Haltung:
Zu Marken, zu den Menschen, zur Natur.

Unsere Haltung zu Gestaltungswettbewerben & Pitches:
Wirksame Konzeptions- und Gestaltungsleistungen kosten Zeit – und somit Geld.

Wenn Konzepte und Ideen wirklich greifen sollen, wenn Gestaltung ins Ziel treffen und nachhaltig für unsere Kunden wirken soll, dann bringt ein schneller Griff in eine Schublade mit vorgefertigten Lösungen absolut nichts. Und das bekommen Sie bei uns auch nicht.

Wir liefern nur, was wir am besten können: kundenspezifische Lösungen, die wirken. Und die erreichen wir nur gemeinsam mit unseren Kunden. Der Prozess: Wir lernen uns gegenseitig kennen,
definieren die Anforderungen, wir analysieren, konzipieren, gestalten, wägen ab, lernen uns noch besser kennen, schleifen fein, entscheiden gemeinsam und feiern am Ende den Einlauf ins Ziel. Dieser
Prozess ist notwendig. Und er braucht Zeit.

Wettbewerbe, bei denen viele Agenturen anhand eines Standardbriefings ins Blaue hinein liefern, sind für den Kunden selten nachhaltig zielführend – und für die Agenturen wirtschaftlicher Humbug.

Darum nehmen wir an unbezahlten Wettbewerben nicht teil.

Was wir sehr gerne honorarfrei für Sie tun: Wir setzen uns mit Ihnen an einen Tisch, wir analysieren mit Ihnen die Aufgabenstellung, Ihre Erwartungen und Kooperationsbereiche. Wir zeigen Ihnen,
was wir können und sagen ehrlich, wo andere Dienstleister möglicherweise besser aufgestellt sind.

Auf dieser Basis erstellen wir Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot. Erst dann, auf dieser Vertrauensbasis, starten wir mit der Konzeptions- und Gestaltungsleistung. Und Sie können sicher sein, dass Sie am Ende genau die Lösungen bekommen, die Sie vorwärts bringen.

Wir sind nicht Anonymous.
Wir sind naturblau+++
Wir werben für den Wandel.

Oslo Manifest – Nachhaltigkeitsleitfaden für Gestalter

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Beim Oslo Manifest geht es darum, eine Bewegung von Designern, Architekten und Kreativen zu motivieren, die SDGs (Sustainable development goals) der Vereinten Nationen als Gestaltungsstandards für eine neue, nachhaltige Welt umzusetzen. Die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) umfassen nahezu jeden Aspekt unserer Zukunft – für unseren Planeten und für die Menschheit. Sie betreffen alle Menschen, alle Länder und alle Teile der Gesellschaft. Es gibt insgesamt 17 Ziele und es handelt sich um nichts weniger als eine vollständige Transformation der globalen Zivilisation.

Und die Deadline? Das Jahr 2030

Die Ideen, Lösungen, Gebäude und Dinge, die von Designern, Architekten und Kreativen geschaffen wurden und werden, überdauern jedoch viel länger als jede Deadline. Sie werden unsere Welt, ihre Systeme und Menschen über viele Jahre und Generationen hinweg beeinflussen und verändern. Deshalb ist die Rolle, die man als Kreativer und Gestalter spielt, so wichtig. Die von ihnen getroffenen Entwurfsentscheidungen haben die Kraft, uns nicht nur beim Erreichen dieser Ziele zu unterstützen, sondern auch in die nachhaltige Zukunft weit über sie hinaus zu führen.

Das Oslo-Manifest umfasst die SDGs als ultimative Designanweisung und übersetzt jedes Ziel in eine einfache Designfrage, mit der jeder seine Arbeit leiten kann. Und sollte. Die kreativen Entscheidungen, die heute getroffen werden haben das Potenzial ein nachhaltiges Morgen zu formen.

/ 01
Wie kann dieses Design dazu beitragen, die Armut in all ihren Formen überall zu beenden?

/ 02
Wie kann dieses Design dazu beitragen, den Hunger zu beenden und den Übergang zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu fördern?

/ 03
Wie kann dieses Design zu einem gesunden Leben und Wohlbefinden für alle Altersgruppen beitragen?

/ 04
Wie kann dieses Design eine qualitativ hochwertige Bildung und lebenslanges Lernen unterstützen?

/ 05
Wie kann dieses Design die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen und Mädchen fördern?

/ 06
Wie kann dieses Design dazu beitragen, ein nachhaltiges Wassermanagement und einen universellen Zugang zu sanitären Einrichtungen zu gewährleisten?

/ 07
Wie kann dieses Design zu einer nachhaltigen Energiewende beitragen?

/ 08
Wie kann dieses Design menschenwürdige Arbeit für alle fördern?

/ 09
Wie kann dieses Design eine nachhaltige Industrialisierung und Innovation vorantreiben, insbesondere an Orten, die keinen Zugang zur modernen Industrie haben?

/ 10
Wie kann dieses Design dazu beitragen, die Ungleichheit in und zwischen Ländern zu verringern?

/ 11
Wie kann dieses Design unsere Städte integrativer, sicherer, belastbarer und nachhaltiger machen?

/ 12
Wie kann dieses Design Produktions- und Konsummuster verändern, um sie nachhaltiger zu gestalten?

/ 13
Wie kann dieses Design Teil der dringenden Maßnahmen sein, die zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen erforderlich sind?

/ 14
Wie kann dieses Design zur Pflege unserer Ozeane und Meere beitragen?

/ 15
Wie kann dieses Design dazu beitragen, Ökosysteme zu schützen und wiederherzustellen und die Biodiversität zu erhalten?

/ 16
Wie kann dieses Design zur Entwicklung einer friedlichen, inklusiven und gerechten Gesellschaft beitragen?

/ 17
Wie kann dieses Design die globale Partnerschaft vorantreiben, um alle diese Ziele zu erreichen?

 

Aus vollster Überzeugung, dass dies das Maß für jeden Kreativen sein sollte, haben auch wir von naturblau+++ das Oslo Manifest unterzeichnet.

> Link zum Oslo Manifest

BODAN veröffentlicht Broschüre zur Geschäfts- und Gemeinwohlentwicklung

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Bereits auf seiner Hausmesse im Oktober 2015 stellte BODAN seine dritte Gemeinwohl-Bilanz vor. Aufgrund des auf den Jahren 2013 und 2014 basierenden Gemeinwohlberichts hatte ein externer, unabhängiger Auditor dem Bio-Großhändler vom Bodensee einen hohen Reifegrad des gemeinwohlorientierten Wirtschaftens attestiert. Sinn der zur BioFach 2016 veröffentlichten Broschüre zur Geschäfts- und Gemeinwohlentwicklung ist es, den rund 100 Seiten umfassenden Gemeinwohlbericht in einer 16-seitigen Essenz verständlich und kurzweilig einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Erstmals stellte BODAN 2011 als eines der Pionierunternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie eine Bilanz auf, in der Werte wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern und Partnern betrachtet und bewertet werden.

Mit seinem mittlerweile etablierten Führungsquartett mit den beiden Geschäftsführern Sascha Damaschun und Dieter Hallerbach sowie dem Prokuristen und strategischen Einkaufsleiter Michael Beer und dem Leiter Personal und Finanzen Volker Schwarz beschreitet BODAN einen stabilen Wachstumskurs für die nächsten Jahre.

Die neue Broschüre zeigt kompakt auf, welche Fortschritte im „Wertschätzungskreislauf“ vom Ur-Erzeuger, über verarbeitende Betriebe und den Bio-Groß- und -Einzelhandel bis hin zum Verbraucher bereits erzielt worden sind. So liegt unter anderem ein hohes Augenmerk auf dem Projekt „Decarbonisierte Logistik 2020“. Der Überlinger Bio-Großhändler hat sich zum Ziel gesetzt, im Bereich des Fuhrparks bis zum Jahr 2020 CO2-neutral zu werden.

> Link zum Download der Broschüre

BIOFACH 2016 – Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel

Biofach-Messe-2016Auf der BIOFACH Messe in Nürnberg informieren sich Fachbesucher über aktuelle Entwicklungen in der Bio-Lebensmittelbranche sowie zu den damit verbundenen Bereichen wie Marketing, Packaging und Logistik.

Die Messe dient als Treffpunkt, sowie zur Positionierung. Die rund 45.000 Fachbesucher aus 130 Ländern und über 2.000 Aussteller treffen sich als Kunden, Lieferanten, sowie potentielle Neukunden und Netzwerken gemeinsam. Der dazugehörige Kongress dient als Wissensplattform und versammelt Vertreter aus Politik, Verbänden, NGOs, VIPs und andere Meinungsbildner bzw. Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses.

Für Designer mit einer Ausrichtung auf nachhaltige Gestaltungslösungen bietet die Messe viele Neuigkeiten und Trends, wenn es um Verpackungsdesign, Materialien, Fertigungsoptionen und Kooperationen geht. Nicht nur aus dem Bio-Food-Bereich treffen sich hier Menschen, die in ihrem unternehmerischen Handeln Aspekten wie bio, fair, global und regional Beachtung schenken.

Bio ist mehr als ein Siegel oder eine Zertifizierung: Bio steht für Qualität und Überzeugung – für den verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen der Natur und damit für eine zukunftsfähige Mitgestaltung des eigenen Handelns – sowohl unternehmerisch, wie auch privat.

> Link zu Impressionen der BIOFACH 2016

Julia Kokoska – neue Auszubildende bei naturblau+++

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Foto: Inka Reiter Fotodesign

Herzlich willkommen liebe Julia als unsere dritte Auszubildende im dritten Jahr von naturblau+++. Julia Kokoska unterstützt unser Team und unsere Kunden im Rahmen Ihrer IHK-Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print. Julia meint dazu:

„In mir schlummerten immer schon eine kreative Seele und ein gutes Herz. In naturblau+++ eine Agentur gefunden zu haben, die genau das fordert und fördert, ist das Beste was mir passieren konnte. Mit so einem fantastischen Team arbeiten zu dürfen macht den Arbeitsplatz zu einem zweiten Zuhause, die Kollegen zu einer kleinen Familie. Der Mensch steht hier an erster Stelle, nicht der Profit. Werte zählen mehr als Fakten und Zahlen, darum sind wir auch eine Werteagentur.“

Mediengestalter/in Digital und Print ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO). Diese bundesweit geregelte 3-jährige duale Ausbildung mit Fachrichtungen findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.

Auch als kleinere Agentur stellen wir uns unserer unternehmerisch-sozialen Verantwortung und leisten unseren Beitrag, indem wir jungen Leuten Ausbildungschancen und damit Zukunftsperspektiven bieten. Wir engagieren uns gerne für das Gemeinwohl, den Wirtschaftsstandort und die Region. Und das macht uns auch noch richtig Spaß.

Camphill Dorfgemeinschaft Lehenhof 50-Jahr-Feier und Tag der offenen Tür

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Einen Höhepunkt der Jubiläumsfeiern zum 50-jährigen Bestehen des Lehenhofs bildete der Tag der offenen Tür. Die BesucherInnen konnten dieses besondere Ereignis gemeinsam mitfeiern und einen tieferen Einblick in unser Leben und Schaffen gewinnen. Ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Festprogramm mit Musik, Tanz, Filmvorführungen und vielem mehr wurde geboten.
 
Für die kleinen Leute gab‘ es viel zu spielen und auszuprobieren. Für die großen Leute wurden Info-Stände, Kunst- und Fotoausstellungen sowie Führungen angeboten. In viele Häuser und Werkstätten konnte man hinein schauen.
An verschiedenen Stellen wurden Speisen und Getränke, Kaffee, Kuchen, Eis und weitere Köstlichkeiten angeboten. Im Zuge der Feierlichkeiten wurde ebenfalls das neue Erscheinungsbild des Lehenhofs einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Stadtplan Zukunft für Konstanz ist Online

Stadtplan Zukunft

Im Rahmen der AktionsWerkStadt am vergangenen Samstag mit über 200 Besuchern wurde der Stadtplan Zukunft online geschalten.

Der Stadtplan Zukunft

Diese „grüne Landkarte Konstanz“ macht sichtbar, was in Konstanz bereits alles getan wird, um Aspekte eines nachhaltigen Lebens im eigenen Alltag zu verankern. Hierfür werden Gruppen, in denen man sich engagieren kann und Angebote, die man als Konsument wahrnehmen kann auf dem Online-Stadtplan gesammelt dargestellt. So kann ein schneller Überblick gewonnen werden, wo sich Bürgerinnen und Bürger engagieren können, sich informieren und Anregungen für das eigene alltägliche Handeln in Bezug auf einen ressourcenschonenden Lebensstil gewinnen.

Die NutzerInnen können anhand von unterschiedlichen Kategorien (z.B.  Energie, Konsum, Mobilität) oder Schlagwörtern suchen. Die dazugehörigen Orte werden dann mit einer kurzen Beschreibung und einem weiterführenden Link angezeigt. Der grüne Branchenführer beinhaltet somit nicht nur Umwelt- sondern auch soziale Aspekte.

Der Stadtplan Zukunft wird ab Sommer 2015 als Bürgerunternehmen (e.V.) wirtschaftlich eigenständig weitergeführt.

 

Die AktionsWerkStadt

Das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist auch in Konstanz ein aktuelles Thema. Bei der am 14. März stattgefunden Aktionswerkstadt, informierten sich über 200 BesucherInnen an über 40 Ständen über Gruppen, Initiativen und Organisationen, die sich in Konstanz und der Region unterschiedlich um mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz, soziales Miteinander und zukunftsweisende Lebensstile bemühen.

Bildergalerien:
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Videogalerien: > Filmclips und Vorträge auf youtube

Interdisziplinäres Treffen der Kreativbranche – VLOW! Kongress in Bregenz

Die VLOW! ist ein Kongress zu Arbeits- und Entwicklungsprozessen im Bereich Kommunikation, Design und Architektur. In einem zweijährigen Rhythmus fand die VLOW! dieses Jahr vom 17.-18. Oktober zum vierten mal im Festspielhaus Bregenz am Bodensee statt. Über 400 Teilnehmer beschäftigten sich mit dem diesjährigen Leitthema „Der Ein-Fall – das Management von Inspiration“.

Ausgewählte internationale Gestalterpersönlichkeiten berichteten über ihre Erfahrungen mit Entwurfsprozessen. Der Schwerpunkt lag mehr auf dem Entstehen der Arbeiten, als im reinen Aneinanderreihen von Werkschauen. Die Themen der Vorträge reichten von Projektvorstellungen aus den Bereichen Architektur, Szenografie, Plakatkunst, Design und Event bis hin zu übergeordneten Themen, wie der Frage des Beitrags von kreativ sinnvollem Schaffen zum gesellschaftlich Gemeinwohl. Als Referenten beeindruckten unter anderem der internationale Top-Architekt Kjetil Trædal Thorsen vom Architekturbüro Snøhetta aus Oslo, der Schweizer Plakatgestalter Niklaus Trommler, Uwe Brückner vom Atelier Brückner in Stuttgart sowie Marian Goodman vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).

VLOW 2014

Das VLOW! Programms beinhaltet bewusst gestaltete Zeit-Räume, die das gemeinsame Hier und Jetzt betonen: Begegnungen, professionelle Vernetzung, das Nützen der Kompetenzen des Kollektivs für eigene Projekte standen im Vordergrund. Erfahrungsaustausch und Ein-Fälle — möglichst jenseits des schon bekannten waren das Ziel. „Die Verknüpfung von transdisziplinären Fertigkeiten und Spezialisierungen steht sowohl bei den Rednern, als auch den Teilnehmeraktivitäten im Vordergrund und ist im Laufe der Jahre seit Bestehen der VLOW! zu einem immer entscheidenderen Faktor geworden.“ So Hans-Jörg Kögel, Konzeptioner und Programmverantwortlicher der Veranstaltungsreihe.

In einer halbtägigen Workshopschiene präsentierten Expertinnen konkrete Strategien, Methoden und Werkzeuge für die Entwicklungsphase von Projekten zwischen Kommunikationsdesign und Architektur. Die interdisziplinären Teilnehmer probierten, testeten und übten bei elf unterschiedlichen Aufgabenstellungen und workshop-Formaten.

In einem weiteren Austauschformat wurden die Teilnehmer zu Teilgebern, indem sie in zwanzig Arbeitskreisen selbst mitgebrachte Aufgabenstellungen und Projekte kollektiv weiter entwickelten.

VLOW 2014

Daneben vergab eine Jury den VLOW!AWARD an Studenten, Nachwuchsdesigner und etablierte Büros aus den Bereichen Design, Kommunikation und Architektur, die sich vorgegebene Aufgabenstellungen angenommen hatten. Den diesjährigen Nachwuchspreis anlässlich des Design- und Kommunikationsfestivals VLOW! holten sich die Studenten der Hochschule Konstanz (HTWG). Ihre unkonventionelle Idee eines neugeschaffenen Bachlaufs mitten durch die Vorarlberger Stadt Dornbirn, auf dem quietschgelbe Bade-Enten entlang plätschern und Besuchern als schwimmende Begleiter den Weg durch die Innenstadt weisen, überzeugte die Jury in einer Live-Diskussion vor Publikum.

Der Name VLOW! leitet sich ab vom englischen Begriff „flow“. Das „V“ steht für den Veranstaltungsort des Österreichischen Bundeslandes Vorarlberg. Die VLOW! vergibt ihr eigenes Kommunikationsdesign bei jeder Auflage an ein anderes  Gestaltungsbüro mit der Aufgabe des Redesign des letzten Entwurfs, in dem das visuelle Echo der Vorgänger vernehmbar sein soll. Ein Statement zu Kontinuität und Wandel auf Basis visueller Gedächtnisschichten.

VLOW 2014

Die Veranstaltung entsprach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Meetings. Dies umfasste beispielsweise ein regionales und saisonales Catering, kostenfreie Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs in ganz Vorarlberg und die Organisation von Mitfahrgelegenheiten unter den Teilnehmern.

Der Gesamteindruck der Konferenz zeigt eine rundum gelungene Veranstaltung mit einer auf der einen Seite bunten, lebendigen und zugegebenermaßen oftmals beeindruckenden Welt der Kreativen und Werber. Auf der anderen Seite bleiben einem vielleicht auch ob all dem immer wieder spürbaren Enthusiasmus über sich gegenseitig übertreffender Projekte, Getriebenheit nach dem Schaffen von immer Neuem, immer Größeren und immer nochmals Anderem die einleitenden mahnenden Worte von Marian Goldmann an die Konferenzteilnehmer im Ohr: „Euch als Kreativen kommt eine gesellschaftliche Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, was Eure tiefere, sinnschaffende und verantwortungsvolle Berufung und Euer ganz persönlicher Beitrag Eures (Be)Wirkens ist. Auf was kommt es wirklich an und wem und was dient es. Es geht mehr um das Gemein-, als das eigene Wohl. Stellt euch vor eurem geistigen Auge eure eigenen Kinder vor, oder andere Kinder, die ihr kennt und liebt. Was ist es, was ihr dieser nächsten Generation für deren glückliche und gesicherte Zukunft wünscht? Und dann fragt, was Euer täglicher Beitrag sein kann und sollte, dass dies eintreten wird. Kollektive Inspiration soll dabei helfen das allgemeine Bewusstsein und Handeln von Ego-Systemen zu Eco-Systemen zu wandeln schafft zusammen die Zukunft, die ihr wirklich im tiefsten inneren Euren Herzens wollt und zeigt dies in euren Arbeiten. “

> Link zur Bildergalerie des VLOW! Kongress2014

Plakatmotive zur OB Wahl Konstanz 2012 im Vergleich

Am 15. Juli 2012 findet der zweite Wahlgang statt, der den KonschtanzerInnen einen neuen Oberbürgermeister bescheren wird. Drei der ursprünglich 13 KandidatInnen sind noch (ernsthaft) im Rennen: Uli Burchardt, Dr. Sabine Seeliger, Sabine Reiser. Wie sehen die Plakate aus, mit denen die Lager auf Stimmenfang gehen? Zuweilen ist es in der Politik wie beim Design – das Argument bzw. der Bewerber will auch anständig präsentiert werden. Beim Werben um die Wählergunst und -stimme entscheided nicht nur, was dahergesagt wird, sondern auch wie es kommuniziert und transportiert wird. Das  Medium Wahlplakat im öffentlichen Raum ist dafür wunderbar geeignet, man muss es halt auch gut zu nutzen wissen. Dann mal los:

 

Plakatmotiv Nr. 1: Uli Burchardt

Wahlplakat Uli Burchardt

Auf dem Plakatmotiv lächelt einem ein charmanter Wunschschwiegersohn aller Mütter offen und sympathisch entgegen. Eine schicke Brille und ein kecker Ohrring sind seine Accessoires. Darunter sehen wir in moderner Typografie seinen Namen mit einem Punkt versehen. So sei es. Die Internetadresse und der Slogan „Echt Konstanz“ ergänzen den schlichten und aufgeräumten Gesamteindruck. Ein sonnig-warmes Farbenspektrum im Fotomotiv wird mit dem leicht geschwungenen Einsatz eines Blautons hinter dem Slogan kombiniert. Es gibt lediglich eine Variante des Plakatmotives an den Laternenmasten in der Stadt zu sehen bisher. Wer will, dem fällt’s angenehem auf und folgt dem Grundsatz „Weniger ist Mehr“. Wer unken mag, der könnte noch anmerken, dass wenn das Plakat allein zu sehen ist, man nicht weiß worum es dabei geht. Nämlich um eine Kandidatur zum Oberbürgermeister. Dies ist jedoch ob der mannigfachen Plakatflut, v.a. an Orten von größerem öffentlichen Interesse, schnell obsolet. Schöne Kampagne – gratuliere den Machern und der begleitenden Agentur dazu.

 

Plakatmotiv Nr. 2: Dr. Sabine Seeliger

Sabine Seeliger

An Bodenaufstellern und Laternenmasten wirbt Dr. Sabine Seeliger visuell um die Gunst der Wähler. Bei der Gestaltung ist oben ihr Namen in Weiß gefolgt von dem roten Schriftzug „OB für Konstanz“ zu sehen. Darunter ihr Portraitfoto vor grünem Hintergrund – hübsch passend zur Parteizugehörigkeit. Im unteren Bereich links die Internetadresse und auf der rechten Seite ein Dreiklang: Gemeinsam …denken …gestalten …handeln. Ebenfalls vor einer grünen Farbfläche, welche noch abgetönt einige von Tropfen erzeugte Wasserringe aufzeigt (Warum denn nur? ich finde es regnet doch gar nicht so oft in Konstanz?) Gestalterische Punktabzüge gibt es bei der Fotomotivauswahl. Hier könnte man den Eindruck gewinnen, dass Frau Seeliger – ihrem etwas ungläubigen Gesichtsausdruck nach – vom Fotografen überrascht wurde. Es gibt auch Defizite bei der Typografie. Rote Schrift auf grünen Grund ist nicht gerade lesefreundlich, schon gar nicht in der Fernwirkung. Die seltsamen drei roten Punkte vor den Schlagwörtern stehen in der Mitte der Wörter wie Aufzählungspunkte und nicht unten. Das ist gestalterisches Grundhandwerkzeug, das man in der Liga einfach können muss. Frau Seeliger kann das ja selbst politisch-inhaltlich auch wesentlich besser im Vergleich dazu. Dennoch der Gesamteindruck ist auch hier nett und aufgeräumt.

Ein Plakatmotiv-Update erschien pünktlich zum zweiten Wahlgang. Neuer Slogan, neues Bild (jetzt auch mit Lächeln!) – insgesamt klarer und besser. Auch an Nachhaltigkeit bei der Werkstoffwahl wurde gedacht: Papierplakate (recycling), auf wiederverwendbaren Leimholzplatten aufgezogen. Sauber sog i.

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Foto: Marco Walter

 

Plakatmotiv Nr. 3: Sabine Reiser

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Als Plakat und als kleiner Aufsteller und als großer Aufsteller und als Wahlmobil und wenn man Pech hat auch noch persönlich bekommt es der Nutzer des öffentlichen Raumes mit Sabine Reiser zu tun. Hier wird nicht gekleckert, sondern anständig geklotzt. Und wehe, jemand ist ihrem jokerhaften Dauergrinsen noch entronnen bisher in der Peitschenschlagwahlkampagne der Frau Reiser. Zurück zum Plakat: Das obligatorische Portraitfoto ist hier freigestellt vor Weißer Fläche. Oben ein kleiner grüner schräger Farbbalken und unten eine hellblaue Farbfläche mit Name und Internetadresse, nebst QR Code. (ob mein Handy wohl zu grinsen beginnt, wenn ich den einscanne?) „Moderne Politik für eine offene Stadt“ ist der Slogan. Insgesamt recht sauber und solide gemacht. Drei Minuspunkte gibt es hierbei: Erstens: Der Grafiker-Praktikant hat die Haare der Dame nicht sauber und fein freigestellt – an solch einer Föhnfrisur scheitert selbst Drei-Wetter-taft in der Realität. Zweitens: Die Internetadresse ist unglücklich lang gewählt und birgt ein gewisses „ich brauch lang und verschreib mich mal gern-Risiko“ in sich. Und Drittens: Die Kandidatin selbst.

 

So, und damit die anderen KandidatInnen, die nicht mehr zum zweiten Wahlgang angetreten sind – oder in drei Fällen es hätten besser bleiben lassen-, auch bedacht werden, hier noch ein Schnelldurchlauf derer Plakate:

 

Benno Buchczyk

Benno_Buchczyk

Seine eigenen Plakate: gruselig.
Seine Guerilla-Marketing-Idee mit dem (legalen!) Ergänzen der anderen Mitbewerberplakate mit „…oder Benno!“: genial.

 

Andreas Kaltenbach

Andreas Kaltenbach

Aus Konstanz. Mit Konstanz. Für Konstanz…Für die Katz.

 

Martin Luithle

Martin_Luithle

Die Abkürzung „ML“ im runden Button erinnert ein bisschen an das „RW“ Logo von Robbie Williams. Sein Gesicht eher nicht. Auch besser so, sonst wäre es da womöglich noch zu Verwechslungen beim ersten Wahldurchgang gekommen.

 

Mykola Neumann

Mykola-Neumann

Passend zur Fussball EM – nicht zu einer OB Kandidatur.

 

Henning Tartsch

Großes Auto, große Sprüche, falscher Film.
Und dazu auch noch selbst ’ne Werbeagentur. Da erwartet man sich echt mehr (wenigstens grafisch).

 

Sven Zylla

Sven Zylla

Anfangs die Hoffnung auf etwas Unkonventionelles, leider durch 08/15-Kampagne enttäuscht.
Als Mensch sehr nett und sympatisch. Besser so als anders rum.

 

Klaus Springer

Klaus-Springer

Handgestrickt. Gesicht verschattet. Hinter’m Pfosten hat noch keiner ’nen Preis gewonnen; und schon gar kein Bürgermeisteramt.

 

Von den anderen MitbewerberInnen Silvia Großmann, Roman Urban, Thomas Linz und Sonstige liegen mir leider keine Plakatmotive vor. Wer weiß, wozu das aber auch sein Gutes haben könnte. Der öffentliche Raum ist ja eh schon genug visuell verschmutzt.