Ziviler Betrieb – Wir arbeiten nicht für die Rüstungsindustrie

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Ziviler Betrieb ist eine Kennzeichnung für Betriebe, die sich zu den folgenden Punkten bekennen:

– Wir fühlen uns dem Frieden verpflichtet und verfolgen nur zivile Zwecke.
– Wir beteiligen uns nicht an der Entwicklung, Herstellung und Verbreitung von Waffen und sonstigen Rüstungsgütern.
– Wir arbeiten nicht für das Militär und dessen zivile Einrichtungen.

 

Argumente

Rüstungsproduktion wird von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt und trotzdem bezeichnet es die Bundesregierung als ihr Anliegen, sich in der Verteidigungsindustrie „für einen erleichterten Zugang von mittelständischen Unternehmen zu internationalen Wertschöpfungsketten (zu) engagieren.“ (Quelle: Strategiepapier der Bundesregierung zur Stärkung der Verteidigungsindustrie in Deutschland.)

In den derzeit weltpolitisch angespannten Zeiten, interessieren sich die Menschen immer mehr für Rüstungsaktivitäten in ihrem Umfeld (siehe auch ethische Anlagen). In einer von der Universität Bremen im Auftrag der Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung durchgeführten Umfrage2 standen 72 % der befragten Bürger*innen dem Thema Rüstung ablehnend und kritisch gegenüber (Stand 2017). Auch das immer wieder ins Feld geführte Arbeitsplatzargument – das auch durch die nicht übermäßig hohe Anzahl an Arbeitsplätzen in der Rüstungsbranche unterstützt wird – überzeugte die Mehrheit der Befragten nicht, sie befürworteten weiterhin einen Abbau der Rüstungsproduktion.

 

Nutzen

Warum brauchen wir eine Kennzeichnung „Ziviler Betrieb“?

Der Rüstungssektor ist objektiv intransparent. Ein Label „Ziviler Betrieb“ kann und will es sich nicht zum Anspruch machen, sämtliche Lieferketten und etwaige militärische Nutzung zu durchleuchten.

Vielmehr geht es darum, Positivbeispiele erkennbar zu machen. Es rücken also solche Betriebe in den Vordergrund, die ausschließlich zivilen Zwecken folgen. Der Großteil der Zivilgesellschaft wünscht sich, zivile Betriebe schnell, etwa durch ein Label, erkennen zu können.

Gleichzeitig haben auch viele Unternehmen einen Bedarf nach einem Label „Ziviler Betrieb“. Es gibt beispielsweise mittelständische Unternehmen, die High-Tech produzieren, an denen auch das Militär Interesse hätte, die aber in ihren Unternehmensgrundsätzen die Beteiligung an Rüstungsproduktion ausschließen. Es gibt auch Banken und Investmentfirmen, deren ethische Grundsätze eine Investition in Rüstung ausschließen.

Aktuell werden Start-ups von Persönlichkeiten gegründet, die mit hohen ethischen Werten ihr Unternehmen aufbauen. Teilweise sind die Gründer*innen noch durch die Zivilklausel-Diskussion an den Universitäten geprägt. Auch Google startete mit dem Grundsatz „Don’t be evil“. Für Start-ups, die sich bewusst nicht an der Rüstungsproduktion beteiligen, gibt es z.Z. keine organisierte Möglichkeit dies zum Ausdruck zu bringen.

Ein „Ziviler Betrieb“-Label soll diese Betriebe ermutigen ihre vorbildlichen Grundsätze auch offensiver nach außen zu vertreten.

Was kann das Label „Ziviler Betrieb“ leisten?

Die Selbstverpflichtung auf die Grundsätze des Labels „Ziviler Betrieb“ ist derzeit das einzige Vergabekriterium. Dies kann und soll kein Ersatz für eine zertifizierbare Wirtschaftsprüfung sein, auf der Investitionsentscheidungen etwa von Ethik-Fonds fußen. So bleibt der Zugang auch für kleine Betriebe offen, da keine Kosten entstehen. Perspektivisch ist eine Erweiterung nach o.g. Beispiel aber durchaus denkbar.

Als Initiator*innen behalten wir uns vor, bei Verstößen gegen die Grundsätze von „Ziviler Betrieb“ das Führen des Labels zu untersagen.

Warum sollen Betriebe das Label „Ziviler Betrieb“ tragen?

Die klare, ethisch begründete Positionierung eines Betriebes wird am Markt durchaus wahrgenommen und positiv bewertet. Die Vorteile dabei liegen sowohl im Bereich der Kund*innengewinnung als auch bei der Mitarbeiter*innensuche. Das Label „Ziviler Betrieb“ kann für Bewerber*innen ein Kriterium bei der Auswahl ihres Arbeitgebers sein und so Bewerber*innen und Betriebe zusammenführen, die die ethischen Grundsätze des Labels teilen. Es wirkt so identitätsstiftend nach innen.

Das Label „Ziviler Betrieb“ wirkt auch identitätsstiftend nach außen, indem es zur Vernetzung von Betrieben mit ähnlichen ethischen Grundsätzen beiträgt. Gerade bei jungen Betrieben kann sich dies als äußerst hilfreich erweisen. Hierbei kommt den Organisatoren des Labels eine besondere Aufgabe zu, auch derartige Nutzeffekte zu befördern.

mehr dazu unter: https://ziviler-betrieb.de/

 

naturblau+++ unterstützt diese Initiative und ruft auch andere Unternehmen auf, sich hierbei anzuschließen.

 

(Textquelle: Webseite Ziviler Betrieb)

 

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