Reden wir über Werte – Im Interview mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg MFG

Enkeltaugliche Markenbildung? Das geht. Auch in der Kommunikationsbranche ist das Thema Nachhaltigkeit angekommen. Über Greenwashing und Alibi-Kampagnen hinaus setzen sich inzwischen Unternehmer*innen und kreative Köpfe aus Werbung und Marketing inhaltlich mit nachhaltigen Aspekten auseinander. Nicht zuletzt, weil Kommunikation dann am besten funktioniert, wenn man voll und ganz hinter dem steht, was man sagt.

Aber was macht „gute“ Kommunikation aus? Werte, sagt Ralph J. Schiel, Gründer und Geschäftsleiter von naturblau+++ Die Werteagentur. Schon vor acht Jahren hat sich naturblau darauf spezialisiert, grüner und zukunftsfähiger zu werben, und gilt in der Bodenseeregion als Pionier der nachhaltigen und werteorientierten Markenkommunikation. Wie die MFG Baden-Württemberg hat die Werteagentur aus Orsingen-Nenzingen die WIN-Charta unterzeichnet. Ralph J. Schiel spricht mit der MFG-Redaktion über seine Beweggründe und Werte, interdisziplinäre Lösungsansätze und Transformationsdesign.

hier ist der Link zum Interview in voller Länge

naturblau +++ Haltung zu Gestaltungswettbewerben & Pitches

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Text:

Wir sind nicht Anonymous.
Wir sind naturblau+++
Über viele Jahre beobachten wir den Wettbewerbsmarkt.

Wir sind politisch.
Gestaltung ist immer politisch.
Gestaltung ist Haltung:
Zu Marken, zu den Menschen, zur Natur.

Unsere Haltung zu Gestaltungswettbewerben & Pitches:
Wirksame Konzeptions- und Gestaltungsleistungen kosten Zeit – und somit Geld.

Wenn Konzepte und Ideen wirklich greifen sollen, wenn Gestaltung ins Ziel treffen und nachhaltig für unsere Kunden wirken soll, dann bringt ein schneller Griff in eine Schublade mit vorgefertigten Lösungen absolut nichts. Und das bekommen Sie bei uns auch nicht.

Wir liefern nur, was wir am besten können: kundenspezifische Lösungen, die wirken. Und die erreichen wir nur gemeinsam mit unseren Kunden. Der Prozess: Wir lernen uns gegenseitig kennen,
definieren die Anforderungen, wir analysieren, konzipieren, gestalten, wägen ab, lernen uns noch besser kennen, schleifen fein, entscheiden gemeinsam und feiern am Ende den Einlauf ins Ziel. Dieser
Prozess ist notwendig. Und er braucht Zeit.

Wettbewerbe, bei denen viele Agenturen anhand eines Standardbriefings ins Blaue hinein liefern, sind für den Kunden selten nachhaltig zielführend – und für die Agenturen wirtschaftlicher Humbug.

Darum nehmen wir an unbezahlten Wettbewerben nicht teil.

Was wir sehr gerne honorarfrei für Sie tun: Wir setzen uns mit Ihnen an einen Tisch, wir analysieren mit Ihnen die Aufgabenstellung, Ihre Erwartungen und Kooperationsbereiche. Wir zeigen Ihnen,
was wir können und sagen ehrlich, wo andere Dienstleister möglicherweise besser aufgestellt sind.

Auf dieser Basis erstellen wir Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot. Erst dann, auf dieser Vertrauensbasis, starten wir mit der Konzeptions- und Gestaltungsleistung. Und Sie können sicher sein, dass Sie am Ende genau die Lösungen bekommen, die Sie vorwärts bringen.

Wir sind nicht Anonymous.
Wir sind naturblau+++
Wir werben für den Wandel.

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung – Tu Du’s

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Was sind die 17Ziele?
Die Agenda 2030 schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten: Alle müssen ihren Beitrag leisten.

Wie kontrovers und Schizophren dies bei fast jedem von uns privat und geschäftlich in der Umsetzung ist, zeigt allein schon das Beispiel der Werbeklitsche Leagas Delaney, welche die Webseite zu der Kampagne TuDu’s umgesetzt hat. Da sind in deren Referenzen direkt neben „Brot für die Welt“, „Followfish“ und „Die gute Schokolade“ gleich nebenan auch „MSC Kreuzfahrten“, sowie Diamanten – und Autohersteller zu finden. Letztere sind ja nicht gerade unentscheidende Negativtreiber in der immer weiter zunehmenden globalen Schieflage von sozialen und ökologischen Fragen.

Also auch hier gilt: Erst mal konsequent vor der eigenen Haustüre kehren und nicht nur das Grünschonwaschgang-Fähnchen vorne raushängen lassen. Zum einen Kinderarbeit bei Blutdiamanten zu bewerben und zugleich Spendengelder für die gleichen Menschen einzutreiben und mit beidem fettes Geld zu machen ist doch schon irgendwie mehr als zynisch. Aber leider gang und gäbe in der Deutschen Werbelandschaft. Tu’s zuerst mal Du. #17Ziele

Rapunzel – Bio aus Liebe

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„Wir machen Bio aus Liebe“ – diese Aussage steht nicht als Werbeslogan auf Rapunzel Produkten und Broschüren. Sie ist Motto und Leitmotiv des Unternehmens. Dieser kurze Spruch ist Ausdruck einer tiefsten Überzeugung, dass zu einem gesunden, umwelt- und sozialverträglich erzeugten Lebensmittel mehr gehört als der kontrolliert biologische Anbau.

Er soll den Glauben von Rapunzel daran ausdrücken, dass ein auch im feinstofflichen Sinne gesundes und gut verträgliches Lebensmittel nur von Menschen angebaut, erzeugt und verarbeitet werden kann, denen es mit ihren Lebensumständen gut geht.

Nur Menschen, denen es selbst gut geht, die nicht um ihr tägliches Überleben kämpfen müssen, können die notwendige Sorgfalt und Zuneigung aufbringen, um ein gesundheitsförderndes Lebensmittel herzustellen. Also ein Lebensmittel, das dem Wohlergehen der EsserInnen dienlich ist und nicht nur den Bauch füllt.

Deshalb gilt die Sorge von Rapunzel allen Beteiligten der gesamten Entstehungskette eines Produktes. Von den Bäuerinnen und Bauern, die am Anfang stehen bis zu allen Mitarbeitenden in den Zuliefer­betrieben und bei Rapunzel, die dort für Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und Logistik zuständig sind.

Grundlage dafür sind faire und auskömmliche Preise, die bezahlt werden, um eine auskömmliche Wertschöpfung auf allen Ebenen möglich zu machen. Die vielen Besuche bei Bauern und Vorlieferanten – auch bei denjenigen, die keine HAND IN HAND-Partner sind – geben Einblick in die Bedingungen vor Ort und schaffen einen verbindlichen sozialen Kontakt.

Dass die Menschen, die Rapunzel ausmachen, eine hohe Zuneigung und Wertschätzung für Lebensmittel und für Rapunzel Produkte haben, ist die erste Voraussetzung für all das tägliches Tun des Unternehmens.

(Text: Rapunzel)

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Die neuen Bauernregeln – Landwirtschaft natürlich.

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Nur eine nachhaltige Landwirtschaft, die die Gesundheit der Menschen, das Wohl der Tiere, unsere Gewässer und unser Trinkwasser sowie Naturschutz und Biodiversität berücksichtigt, ist auch zukunftsfähig. Das Bundesumweltministerium (BMUB) setzt sich für eine Agrarwende in Deutschland ein, damit Landwirtschaft in Zukunft sozialer und ökologischer wird.

Anlässlich der öffentlichen Konsultation der EU zur Zukunft der europäischen Agrarpolitik startete das Bundesumweltministerium die Kampagne „Gut zur Umwelt. Gesund für alle.“ Im Stile alter Bauernregeln wirbt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dabei für eine naturverträgliche Landwirtschaft und eine Reform der europäischen Agrarförderung.

„Gibt`s nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur“. Und: „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein.“ So lauten zwei der neuen Bauernregeln, die das Bundesumweltministerium unter dem Motto „Gut zur Umwelt. Gesund für alle“ veröffentlichte. Auf Plakaten in über 70 Städten in Deutschland, mit Ansichtskarten, über Social Media und über eine Kampagnen-Website werden die Bauernregeln zu verschiedenen Themen verbreitet.

Und wenn einen daraufhin scharenweise die Trolle der konventionellen Deutschen Agrarlobby heimsuchen und mit verbaler Gülle um sich schmeißen, dann hat man sicherlich so einiges richtig gemacht. Die Kampagne legt den Finger dahin, wo es weh tut. Und das ist von politischer Seite her um so bemerkenswerter. Glückwunsch zu dieser gelungenen Kampagne.

Link zu: http://www.neue-bauernregeln.de/

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Vlow! Festival 2016

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Fünfte Kongress-Auflage begeistert 400 Teilnehmer aus Kreativbranche im Festspielhaus Bregenz

„Besser anfangen – Über das erfolgreiche Beginnen in Gestaltungsprojekten“. Unter diesem Thema stand die diesjährige Veranstaltung vom 28.-29. Oktober 2016, welche sich im Zwischenraum von Kommunikation, Design und Architektur bewegte.

Mit einem neuen Besucherrekord von knapp 400 TeilnehmerInnen, aus der Mannigfaltigkeit der Kreativbranche kommend, fand die Vlow! mittlerweile zum fünften mal statt. Sie versteht sich als eine internationale Plattform für Bildung, Begegnung und Vernetzung und beschäftigt sich mit Kommunikationsstrategien im Raum und innovativen Arbeits- und Kooperationsprozessen. Teilnehmende waren Grafikdesigner und Architektinnen, Szenografen, Fotografinnen, Audio/Video-Gestalter und Führungskräfte aus den Bereichen Branding, Marketing und Werbung.

Was die Vlow! für die Partizipanten auch dieses mal besonders spannend machte, war die Gesamtkonzeption und die Programmgestaltung, welche von dem innovationsaffinen Kurator Hans-Joachim Gögl zusammen mit dem Initiator Gerhard Stübe jedes mal aufs neue weiter entwickelt wird. Die beiden verbindet nicht nur eine äußerliche Ähnlichkeit in Optiker- und Frisurgeschmack, sondern auch die innerliche Kohärenz, wenn es um die Schaffung und Durchführung einer Kreativveranstaltung geht, die sich nicht mit der reinen Zusammenkunft von vornehmlich in Schwarz gekleideten Gestaltern und Gestalten zufrieden gibt.

Erfrischend anders zu vielen sonstigen Designkongressen war die Tatsache, dass es nicht nur um eine kompetitive Werkschau von selbst- und branchenernannten Kreativgottheiten ging. Das gab es zwar hier auch und gehört wohl standartmäßig irgendwie dazu, selbst wenn diese auch nur mit Wasser, aber halt mit einem netteren, substituierenden Anglizismen dafür kochen. Viel entscheidender war der ganz wesentliche Teil des Festivals, der „aus den Teilnehmern Teilgeber macht“, wie der illustre Wiederholungstätermoderator Clemens Theobert Schedler dies so schön in einer seiner das Publikum charmant mitnehmenden Interimsreden formulierte.

Dieser Beteilungungsprozess geschah zum einen in der aktiven Einbringung bei zehn Workshops, welche teils von Referenten selbst und teils von externen Kreativmenschen geleitet wurden. Hier ging es um fancy Themen wie die Kollektivschaffung von bewusst sinnlosen Ideen, ein sogenanntes A-A-A-Ü Briefing, Zettelwirtschaften, den Fluch der ersten Zahl und so einiges mehr, was die dezentralen SitzkreisteilnehmerInnen in doch meist in recht mitnehmender und aktivierender Art bei Laune und Gesprächsfreudigkeit hielt. Nicht zuletzt, weil viele der anwesenden sicherlich auch das Zeug dazu hatten, selbst mal in der Referentenolymp aufzusteigen. Positiv hinzukommend war die Tatsache, dass ein deutlich spürbarer Anteil an kreativem Jungvolk diesem Event beiwohnte.

Im Format der Vlow!Werkstatt brachten dann in 19 Themenkreisen in halbstündig rotierender Weise die Teilnehmer selbst eigne Wünsche, Sehnsüchte oder ganz einfach handfeste Aufgabenstellungen dar und motivierten die anderen Besucher, ihnen beim Nachdenken und Weiterwursteln bei zu stehen. Somit ein Anzapfen des Denkpools von ganz vielen für ganz viele. Jeder konnte da eine ganze Menge mitnehmen.

Auf der durchmischten Referentenseite sind sicherlich Kajsa Balkfors, ihres Zeichens Unternehmensberaterin mit Zirkusdirektorinnenvergangenheit, die das Publikum mit ihrer mitreißenden Art und Präsentation gleich zu Beginn in visuelle und auditive Gefangenschaft nahm und der dänische Architekt Barke Ingels mit seinen eher etwas größer geratenen Bauunternehmungen von besonderer Erwähnung.

Ansonsten viel Kleines und Großes, viel Schickes und viel Schniekes, viel zum sich inspirieren lassen und auch mal was zum gleich wieder vergessen. Und wie das beim Einladen von Referenten so ist, weiß man nicht immer was man dann auf die Augen und Ohren bekommt. Somit wird dann auch zwischendurch mal was zum architektonischen Zelebrieren unser aller ungebändigten Müllerzeugung, in dem man ein Funsportmonument drauf baut oder der Huldigung von östlich geführtem diktatorischem Palastbau-Größenwahn begeistert aber unreflektiert beklatscht. Aber die Vlow! ist wohl auch (noch) nicht der Ort der eigenen selbstkritischen Branchen-Reflexion.

Einziger kleiner aber vielleicht gerade deshalb nicht unwesentlicher Wermutstropfen dieser durchwegs mehr als nett anmutenden Veranstaltung, war eine Randbemerkung, die sich zwar nicht auf die inhaltliche Qualität auswirkte, aber dennoch wohl eine spürbare Manifestation für die Entwicklung in der Kreativszene ist. Die Tatsache, dass einige der angekündigten Vortragenden zum teil sehr kurzfristig und zum teil wohl aus sehr gravierenden gesundheitlichen Gründen passen mussten, zeigt doch auch in diesem Metier, dass das immer-höher-schneller-weiter wohl wahrlich nicht der zukunftsfähige Weg sein muss. Weder für den einzelnen Menschen, noch für eine Gesellschaft. Zusammen mit der für Veranstalter und Besucher vordergründig positiven Begebenheit, dass das wohl nicht weiter in der Außenwirkung ins Gewicht fiel, da es genug mindestens gleichwertigen Ersatz gab, macht dies eines noch klarer: Auch und insbesondere in der Kreativbranche ist jeder schnell ersetzbar. Wohl nicht als Mensch in seinem sozialen Umfeld, aber sehr wohl auf der Show-Bühne. Denn: Creative-show must go on.

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Plädoyer für zukunftsfähiges Kommunikationsdesign

naturblau_Leitbild_DesignDesignagenturen sind gesellschaftliche und kulturelle Impulsgeber. Dies spiegelt sich unter anderem in der Kommunikation von Marken, im Produktdesign und in der Werbung. Dadurch kommt Agenturen eine große und verantwortungsvolle Aufgabe zu. Sie können entscheiden, für wen sie ihre Kreativität und Kenntnisse einsetzen – welche Marken und Produkte werden beworben. Geht es um globalen Konsum, oder geht es um regionale Wertschöpfung? Sie können auch entscheiden, für welche Auftraggeber sie arbeiten. Wie sind deren Geschäftspraktiken und Wertvorstellungen?

Es sind eine Reihe von Stellschrauben auf dem Weg zu wirklich gutem und damit nachhaltigen Design zu beachten: in den eigenen Agenturräumen, bei den Mitarbeitern, den Kunden, den Lieferanten, dem Einkauf, der Produktion, den Vertriebswegen, usw.

Wirklich gutes Design ist weit mehr als der gestalterische Prozess an sich.  Es geht um die Bereitschaft alle am Prozess Beteiligten (Stakeholder) zu berücksichtigen und sich verantwortungsvoll, ehrlich und fair auszutauschen. Es geht um den Weitblick der Auswirkungen des eigenen Handelns. Es geht darum, eine Haltung einzunehmen, die im Einklang mit dem Umfeld steht. Die Werthaltigkeit ist der Fokus unserer Tätigkeit.

Konkret bedeutet das für uns als Gestalter, dass wir mit der Erde, ihren Ressourcen und ihren Lebewesen so umgehen, dass sie auch für zukünftige Generationen einen intakten Lebensraum und gesellschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Und das nicht nur in unserem eigenem Umfeld sondern  auch länder- und kulturübergreifend. Ökologische, ökonomische und soziale Belange – die sog. Triple Bottom Line – müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und bei der Kreation von Kommunikation und von Produkten.

Eine gute Agentur nimmt eine kompetente und verantwortungsbewusste Stellung zwischen Mensch und Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt ein.

Ein gesellschaftlicher Wandel braucht kreative Ideen und klare Konzepte, wie eine nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden kann. Dies ist die Aufgabe der jetzigen und zukünftigen Generation von GestalterInnen und Agenturen.

Nachhaltigkeit verpflichtet: Umweltbewusstes Marketing zeigt große Wirkung

bioculture_logoWerbeagentur bioculture expandiert und zieht um
München: bioculture, eine auf Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Marketing spezialisierte Werbeagentur, bezieht neue Geschäftsräume und trägt somit aktuellen Kundengewinnen Rechnung.

Für die Münchener Werbeagentur bioculture sind Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Marketing nicht Mittel zum Zweck sondern sinnstiftendes Element ihrer Unternehmungen. Diese Überzeugung trifft auf breite Zustimmung bei ihren Kunden und so expandiert bioculture in diesem Jahr. Durch die Erweiterung des Teams auf acht Mitarbeiter, folgte zum Ende des Jahres der Umzug in größere Büroräume in die Münchner Brecherspitz-Straße 8.

„Bei unserer Standortwahl haben wir uns bewusst für den Giesinger Berg entschieden. Hier ist München noch relativ unverfälscht und der Stadtteil hält viel kreative Energie bereit, die wir für unsere tägliche Arbeit nutzen wollen. Die zentrale Lage bietet optimale Standortbedingungen, die auch unsere Mitarbeiter zu schätzen wissen“, erklärt Henrietta Lorko, Inhaberin von bioculture.

Seit knapp zehn Jahren berät das Team um Henrietta Lorko und Robert Klosko zahlreiche Firmen in Werbe- und Marketingthemen und setzt Projekte erfolgreich um. Unter den Kunden befinden sich unter anderem der alternative Energiedienstleister Green City Energy AG, der Biolebensmittelhersteller Dennree, die Stadt München sowie die bayerische Landtagsfraktion von Bündnins 90 die Grünen. „Unsere Kunden möchten sicherstellen, dass von der ersten Konzeptidee bis hin zum fertig gedruckten Prospekt alle Kriterien der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes eingehalten werden“, so Lorko. „Dem tragen wir durch Erfahrung, einem starken Team und ausgesuchten Partnern Rechnung. Unser Engagement für nachhaltige Themen wird mittlerweile vom Markt voll anerkannt und wir sind froh, dass wir auf eine starke Reputation im umweltbewussten Marketing bauen können“.

Zuletzt gewann bioculture neben dem St. Vizentius Zentralverein den alternativen Radiosender radiomuenchen.de und Bio 123 als neue Kunden. Mit dem Umzug in die neuen Büroräume stehen die Zeichen weiter auf Wachstum.

Über bioculture
bioculture ist eine auf Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Marketing spezialisierte Werbeagentur in München. Von der Analyse, Konzeption, Umsetzung und Mitarbeiterschulung bietet bioculture sämtliche Services aus einer Hand. Das Unternehmen berät vorwiegend ökologisch ausgerichtete Firmen, wie auch jedes andere Unternehmen, das in seiner Kommunikation aus Überzeugung nachhaltig und verantwortungsvoll handeln möchte. Mehr Informationen unter: www.bioculture.de

Kontakt
Henrietta Lorko,
bioculture, Brecherspitz-Str. 8, 81541 München
Telefon: 089-42 04 40 60, Fax: 089-42 04 40 72, E-Mail: info@bioculture.de

Goldener Windbeutel 2013 für dreisteste Werbelüge: Capri Sonne

ergebnis_goldener_windbeutel_2013_611x407_gerDer Preis für die dreisteste Werbemasche für ein Kinderprodukt geht an Capri-Sonne. 120.000 Verbraucher haben das entschieden. foodwatch verleiht dem Hersteller Wild/SiSi-Werke, der den überzuckerten Softdrink mit Sport- und Schulmarketing aggressiv an Kinder vermarktet, deshalb heute am Firmensitz in Eppelheim bei Heidelberg den Goldenen Windbeutel 2013.

Das Ergebnis ist eindeutig: Capri-Sonne bekommt den Goldenen Windbeutel 2013 für die dreisteste Werbemasche bei einem Kinderprodukt. Mit Abstand hat der zuckrige Soft-Drink im berühmten Folienbeutel die Online-Wahl für sich entschieden: 42,6 Prozent der 120.000 Verbraucher haben für Capri-Sonne (Orange) gestimmt. Diese Sorte enthält je 200ml-Folienbeutel sechseinhalb Stück Würfelzucker – mehr als Fanta Orange.

Obwohl zuckerhaltige Getränke erwiesenermaßen Dickmacher sind und Folgekrankheiten wie Altersdiabetes fördern, fixt der Hersteller Wild/SiSi-Werke Kinder auf allen Kanälen an, um ihnen möglichst viel Capri-Sonne anzudrehen: Nicht nur mit klassischer Fernsehwerbung, sondern auch im Internet, als Veranstalter und Sponsor von Abenteuercamps und Sportevents, in den Schulen und selbst als Kinderbetreuer in Ferienanlagen. Dadurch untergräbt Capri-Sonne gezielt Bemühungen von Eltern und Lehrern, Kinder zu gesunder Ernährung zu bewegen. Ständiges „Nein-Sagen-Müssen“ ist programmiert, solange die zuckrige Capri-Sonne für Kinder allgegenwärtig ist. Das müssen wir uns als Gesellschaft nicht gefallen lassen!

Ein ganz persönlicher Glückwunsch geht von naturblau++ an die für die Kampagne zuständigen Werbeagenturen, die dafür (un)veranwortlich sind: „Capri-Sonne setzt bei der Zusammenarbeit mit Agenturen auf langjährige Partner, vor allem aus der Metropolregion Rhein-Neckar. Für klassische Werbung und PoS ist Oelenheinz & Frey, Mannheim, zuständig. PR: Publik. Agentur für Kommunikation, Ludwigshafen. Internet: Netzbewegung, Ettlingen. Media: Heye Media, München.“ (Quelle: W&V.de) – Solche Preise sind doch noch viel geiler als jeder andere Designpreis, oder? 😉

> Link zu foodwatch und aktive Beschwerdemögflichkeit bei Capri Sonne

Werbung im öffentlichen Raum – fröhlich bunt erleuchtete Diktatur

naturblau-aussenwerbungOb mir der Werbehammer über den Schädel gezogen wird, möchte ich so frei wie möglich entscheiden können. Beim Briefkasten kann ich einen illustren Aufkleber anbringen, im Fernsehen kann ich umschalten, in Zeitschriften weiter blättern, im Browser einen ad-blocker installieren. Sobald ich aber den öffentlichen Raum betrete, besteht ein Zwang auf Konsum von Außenwerbung. Möchte ich nicht in dauerhaft zu Boden blickender Demutshaltung – Mist, es gibt ja sogar dort diese miesen floor graphics – durch die Gassen wandeln, kann ich diese im öffentlichen Raum nicht umgehen. Auf Litfaßsäulen und an Plakatwänden, an Bussen und deren Haltestellen, bei Trafohäuschen und Hausfassaden, auf neben und an Rolltreppen, auf Taxidächern, an Bürgersteigen, und und und. Dieser Anregung zu künstlich herbeigeführten Entscheidungssituationen gibt es kein Entkommen. Egal in welcher Stadt, das wird immer gleichförmiger, wenn überall dieselben Werbekampagnen, dieselben Marken und Ketten das Straßenbild bebildern.

Wer schützt mich da vor den immer gigantischer werdenden Plakaten und vor den immer neuen Leuchtreklamen und Postern? Die Werbung hat die visuelle Vormacht an sich gerissen, ich sehe hier – im wahrsten Sinne des Wortes –  einfach nur noch Schwarz. Unter den schicken Begriffen „Stadtmöblierung“ (alles was größtmöglichst zum Konsum anregen soll), „Partnerschaftsmodell“ (Prämie, wenn ich meine Hauswand für Zigarettenwerbung verkaufe) werden die Vorteile für Stadt und Bürger beschrieben, wenn immer mehr hiervon sich hoch und breit macht.

„Unsere modernen Stadtmöblierungen sind für Städte kostenlos und werten das Stadtbild nicht nur optisch auf.“, heißt es da so werbeblumig formuliert auf der Internetseite eines „Out-of-Home-Medienanbieters“.

Man könnte es aber auch so formulieren: „Außenwerbung verkauft etwas, was ihr nicht gehört: das Blickfeld des Betrachters.“ (Howard Luck Gossage)

Einzig hoffnungsvoll stimmt mich die Tatsache, das mein werbegetrübtes Auge seit geraumer Zeit lustige, farbpulverbebomte Models erblickt, was in mir die Mutmaßung auslöst, dass da wohl grad kein Mieter für die Fläche  vorhanden ist. Und es werden immer mehr von diesen Platzhaltern.

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Warum nicht mal darüber nachdenken, diese Flächen für gemeinnützige Organisationen, Umweltverbände, soziale Projekte, Streetart oder einfach mal was, was nicht nur immer platt verkaufen will, zur Verfügung zu stellen? Alternativ gerne auch wieder Rückbauen und den Blick frei geben auf wesentlich Anmutenderes.

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