Energiewende – Aufgabe der Städte?

naturblau-HTWG-DroegeWas hat die Stadt Konstanz mit Berlin, Tokyo, Sydney und New York gemeinsam? Ihre 85 % Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bei der Energieversorgung, die aus externen Quellen gespeist werden müssen. Momentan werden 95% davon in Form von Öl verbraucht. Mit dieser Eröffnungsfrage hat Prof. Dr. Peter Droege, Präsident von Eurosolar seinen Vortrag eröffnet. Er sprach an der HTWG Konstanz zu dem Thema „Energiewende – Aufgabe der Städte?“ ein im Rahmen der Kampagne “ZukunftsWerkStadt – Konstanzer schaffen Klima” vortrefflich informationsbeleuchtender Beitrag.

Fünf internationale Hochschulen aus dem Bodenseegebiet agieren zusammen im Forschungsprojekt BAER in den Bereichen autonomer Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien, nachhaltiger Raumentwicklung und der breiten Minderung regionaler Klima- und Energierisiken. Zeil ist der Einsatz von 100% erneuerbarer Energien in der Bodenseeregion. Eine zentrale Lösung hierbei gibt der einzig perfekt funktionierende Fusionsreaktor: Die Sonne. Mit Photovoltaik lässt sich 50 mal effizienter Energie gewinnen als wie zum Bsp. mit der Energiepflanze Mais. Thermischer Städtebau ist nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern eine existenzielle Frage der nahen Zukunft. Die hälfte aller Deutschen Kommunen haben ein Energieunabhängigkeistbesestreben klar formuliert und arbeiten daran. Vorarlberg will bis zum Jahr 2050 energieautonom sein. Das die Stromversorgung bis 2025 in der Bodenseeregion komplett autark sein könnte, wenn die Bestrebungen hierbei von Ländern, Kommunen und Privatleuten weiter intensiviert werden, das haben die ersten Forschungstsudien von BAER eindeutig aufgezeigt. Im Jahre 1914 war ein Drittel der weltweiten Automobilflotte elektrisch betrieben, heute ist es ein kaum messbarer Bruchteil. Wären die Ereignisse vom 11. September 2001 eingetreten, wenn der Mittlere Osten an Stelle von Öl für den Bananenexport bekannt wäre? „Form follows fuel“ – das zeigt sich im Städtebau, bei Shopping Malls, wie viel Raum Parkplätze einnehmen und wie wir unser alltägliches Leben nach fossilen Brennstoffen ausrichten. Das Passivhaus ist tot – es lebe das Aktivhaus. Mit diesen und vielerlei anderen illustren, bewegenden, inspirierenden und provokanten Darstellungen bereicherte Prof. Dr. Peter Droege diesen Themenabend  und brach nicht nur eine Lanze für den bedingungslosen und sofortigen Einsatz regenerativer Energiequellen. Und dies im Sinne und Geiste seines Vorgängers Hermann Scheer.

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