Schwarzbuch WWF – World Wide Fund for Nature

Schwarzbuch WWF„Am 20. April 2012 erschien das WWF-kritische Buch „Schwarzbuch WWF“ von WDR-Autoren Wilfried Huismann. Er kritisiert in seinem Buch die Nähe des WWF zur Industrie, dessen koloniale Vergangenheit und Intransparenz sowie die Beteiligung an ökologisch umstrittenen Projekten. Die Zusammenarbeit mit Großkonzernen bezeichnet Huismann als Grünen Ablasshandel. Der WWF sitze in verschiedensten Gremien, wo Konzerne Zertifikate über nachhaltige Produktion erhalten, während sie gleichzeitig die Urwälder vernichten und die Umwelt mit Chemikalien vergiften. Unter den Schutzprojekten für Tiger, Gorillas usw. würden ferner immer wieder die indigenen Völker leiden. Diese Völker würden aus den Schutzgebieten, ihren angestammten Siedlungsgebieten, vertrieben. Auch mein ganz persönlicher Tierfilmheld aus Kindheitstagen Prof. Berhard Grzimek bekommt gehörige Kratzer an seinem Tierretterimage. Seine westlich elitäre Natur-Botschaft war: Wenn man die Serengeti samt seiner possierlichen Tierchen retten will, müssen die Massai weg. Und das wurde ohne Kompromisse gnadenlos durch gezogen. Ui, da habe ich ganz schön geschluckt beim Lesen.

Der WWF bezeichnet die Anschuldigungen von Huismann als „Halbwahrheiten“. Der WWF übte schon vor Erscheinen des Buches massiv Druck auf den Verlag Random House aus, um eine Veröffentlichung zu verhindern. Das Schwarzbuch war dann eine Woche überall erhältlich. Dann ließ der WWF großen Buchhändlern über eine Anwaltskanzlei in einem Schreiben Unterlassungsansprüche geltend machen. Die großen Buchhändler wie Amazon, Thalia, Libri, KNV und Weltbild nahmen das Buch daraufhin ohne jeglichen Hinweis aus dem Sortiment.

Die FAZ sprach deshalb genauso wie Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, von einer Selbstzensur der Großhändler. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) warf dem WWF Zensur vor.

Über den Verlag Random House konnte es weiterhin bezogen werden. Auch buchhandel.de, die Börsenverein des Deutschen Buchhandelstochter MVB und andere kleinere Händler boten das Buch weiter an. Am 2. Juni machte die FAZ die Vorgänge öffentlich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Verlag bereits ca. 5000 Bücher verkauft.

Die Buchhändler Osiander und eBuch zeigten eine andere Reaktion auf die Affäre. Der Regionalfilialist Osiander hatte alle seine Buchläden angewiesen ein Plakat auszuhängen. Auf dem Plakat stand Der Buchhandel kuscht vor dem WWF! – Wir nicht!“ (wikipedia)

Mittlerweile ist das Buch u.a. auch auf Amazon erhältlich. Schön zu lesen auch die augenscheinlich gefälschten Rezensionen dazu. Mittlerweile gab es einen außergerichtlichen Vergleich mit dem Verlag und dem Autor Wilfried Huismann. Das Buch ist an 21 Stellen überarbeitet worden.

Ich persönlich habe selten ein so bewegendes und auch spannendes Buch zu diesem Themenkomplex gelesen. Es ist sehr empfehlenswert, wenn man sich einen Eindruck davon machen will, wie schnell eine NGO mit Wirtschaft und Regierungen Kompromisse eingeht und in unumkehrbare und Abhängigkeiten gerät.  Und aus der Markensicht nochmals um so interessanter, als der niedliche Panda eine der glaubwürdigsten Marken weltweit ist (war?).

 

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