Trinkwassersprudler – Das Auge trinkt mit

Was für ein Privileg wir doch in Deutschland haben, dass wir in den meisten Regionen unser Wasser direkt aus dem Wasserhahn trinken können. Wie sagte Alt-Showmaster Harald Schmidt so schön, als er noch nicht ganz privatsenderverblödet war: „Ich sag Ja zu Deutschem Wasser.“ Recht hat er. In viele anderen Ländern schmeckt das Hahnenwasser fürchterlich nach Chlor oder anderen Gruseleien, oder ist erst gar nicht erst zum Verzehr empfohlen, ohne dass es zuvor abgekocht wurde. Ganz zu schweigen von der Milliarde Menschen, die weder Wasserhahn, noch gar Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

TrinkwassersprudlerWer’s gern blubbrig mag, der kann mit einem Trinkwassersprudler einiges für Geldbeutel und Umwelt tun. Man braucht keine schweren Wasserkästen mehr nach Hause transportieren und auch die leeren Flaschen nicht mehr zum Pfandautomaten oder zur Abnahmestelle für Leergut zu befördern. Im Gegensatz zu einer im Handel üblichen Mineralwasserflasche spart man im Durchschnitt 20 Cent und das summiert sich natürlich, wenn man die Menge an verbrauchtem Sprudelwasser im Monat hochrechnet. Weiterhin spart diese Tatsache natürlich auch ein Menge an Zeit, die einem nun für andere Dinge zur Verfügung steht. Und um dem Designaspekt Genüge zu tun, sind die ehedem eher 80er Jahre Plastik-Trash-Style anmutenden Wassersprudler jetzt auch durchaus in schick & schön zu haben. Das gereicht dann auch dem Designerauge zum Wohle. Darauf trink ich gleich noch mal eins.

Wasser – Plastik oder Glas?

Wasser in Plastikflaschen hat Vorteile: Zunächst ist das Gewicht geringer als bei Glas, außerdem ist eine Plastikflasche nicht zerbrechlich, wenn Sie einmal herunterfällt. Allerdings zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Wasser in Plastikflaschen durch die in ihnen enthaltenen chemischen Stoffe belastet sein kann. Forscher der Universität Frankfurt haben in Plastikflaschen hormonähnliche Stoffe wie das weibliche Sexualhormon Östrogen nachgewiesen.

Das zum Vergleich herangezogene Leitungswasser wies hingegen geringere Belastungen auf.  Dies belegt eine Verbreitung von Umwelthormonen in Nahrungsmitteln, die aus Kunststoffverpackungen stammen könnten. Die Stoffe sind im verwendeten Kunststoff in kleinen Mengen enthalten und werden höchstwahrscheinlich durch das Wasser in der Plastikflasche gelöst. „Wir haben Mineralwasser aus Glas- und Plastikflaschen verglichen und konnten zeigen, dass die östrogene Belastung in Wasser aus PET-Flaschen etwa doppelt so hoch ist wie in Wasser aus Glasflaschen“, sagte Martin Wagner vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Frankfurter Universität. Daneben kommen bei Plastik die umweltschädlichen Folgen des Verbrauchs von Erdöl bei der Produktion und das immense Müllaufkommen hinzu.

Randegger OttilienquelleEine mögliche Lösung liegt sehr nah, nämlich der Verzicht auf Einweg-Platikflschen und der konsequente Kauf von Mehrweg-Glasflaschen.Und um lange Transportwege zu vermeiden, sollte man auch hier auf möglichst regionale Produzenten achten. Das traditionsreiche Familienunternehmen „Randegger Ottilienquelle“ setzt seit jeher auf den Einsatz von Mehrweg Glasflaschen. Auch und insbesondere in einer Zeit, in der der Wettbewerb rein aus kurzfristig gedachten Preisdumpinggründen immer mehr in Plastikflaschen investiert. Verantwortungsbewusst, sozial engagiert und innovativ geht das in Gottmadingen angesiedelte Unternehmen seine Weg. Und das sehr erfolgreich. „Trinken für den Klimaschutz.“ ist einer der Slogans von Randegger. Und  diese Werbebotschaft stimmt in diesem Falle vollkommen bei dieser auch umweltbezogen sehr fortschrittlich und ehrlich agierenden Firma.

Wenn man als Unternehmen in vielen Bereichen Wert auf nachhaltiges Handeln legt, so sollte auch dazugehören, dass man regionale Getränkehersteller unterstützt. Und die gibt es eigentlich immer, egal wo man seinen Firmensitz hat. Oft kommen hierbei noch andere gute Kooperatiosmöglichkeiten zustande.

Als Verbraucher haben wir auch die Möglichkeit darauf zu achten, was für Wasser wir das nächste Mal in der Gastronomie bestellen. Muss es wirklich die über die Alpen gekarrte italienische Variante oder das teure und angeblich aus Naturgletschern Norwegens gewonnene sein?

 

Ökologische Nachhaltigkeit am Beispiel Wasser

Der gesicherte Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser ist eine Grundvoraussetzung für die Gesundheit und Ernährung der Weltbevölkerung sowie für eine nachhaltige ökologische und ökonomische Entwicklung. Anders als in den Industrienationen haben in vielen Entwicklungsländern große Bevölkerungsteile keinen Zugang zu gesundem Trinkwasser. Das Thema „Wasser“ ist zweifelsohne eine Daueraufgabe, die der Weltgesundheit, der Welternährung, der Nachhaltigkeit und der Friedenssicherung dient. Die wachsende Weltbevölkerung, Migration, Urbanisierung, Klimawandel und Naturkatastrophen können dazu führen, dass Regionen mit heute guter Wasserversorgung in der Zukunft zu Problemregionen werden. Nicht wenige Wissenschaftler/innen gehen deshalb davon aus, dass es in naher Zukunft zu einem Migrationsdruck aufgrund von Wassermangel kommt und kriegerische Auseinandersetzungen um das Wasser wahrscheinlicher werden. Das grenzüberschreitende Wassermanagement kann aber auch Kooperationen zwischen benachbarten Staaten befördern. (Quelle UNESCO  – Weltwasserbericht 2012, Bundeszentrale für Politische Bildung)

Bottled LifeVor diesem Hintergrund bekommt der Dokumentarfilm „Bottled Life“ eine ganz besondere Relevanz und Brisanz. Wie verwandelt man Wasser in Geld? Es gibt eine Firma, die das Rezept genau kennt: Nestlé. Dieser Konzern dominiert den globalen Handel mit abgepacktem Trinkwasser.

Der Schweizer Journalist Res Gehriger macht sich auf, einen Blick hinter die Kulissen des Milliardengeschäfts zu werfen. Nestlé blockt ab. Es sei der falsche Film zur falschen Zeit, heisst es in der Konzernzentrale. Doch der Journalist lässt sich nicht abwimmeln. Er bricht auf zu einer Entdeckungsreise, recherchiert in den USA, in Nigeria und in Pakistan. Die Expedition in die Welt des Flaschenwassers verdichtet sich zu einem Bild über die Denkweisen und Strategien des mächtigsten Lebensmittelkonzerns der Welt.

Die TV-Premiere von „Bottled Life“ findet am Montag, 6. August, um 22.20 Uhr im ersten Programm des Schweizer Fernsehens SRF statt.