Bingenheimer Saatgut – Samenfeste Sorten für nachhaltiges Wirtschaften

Bingenheimer_Saatgut_LogoDie Bingenheimer Saatgut AG ist vor 16 Jahren aus einer Gruppe aufgeschlossener und engagierter Demeter-GärtnerInnen im „Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau“ entstanden. Sie hatten schon in den 80er Jahren erkannt, dass die Saatgutfrage zu einer Schlüsselfrage des Ökolandbaus werden würde, was sich heute in Punkto Monsanto, Hybridzüchtungen und Sortenpatente aktueller denn je ist.

Daher suchte die Gruppe einen neuen Weg und begann damit, Saatgut von samenfesten Sorten aus biologischer und biologisch-dynamischer Vermehrung zu erzeugen. Eine große Aufgabe: Die Demeter-GärtnerInnen mussten sich das Wissen über Saatgutvermehrung im Gemüsebau unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus erst nach und nach aneignen. Besonders wichtig war daher der intensive Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern der Initiative, der auch heute noch gelebt wird.

Die Bingenheimer Saatgut AG pflegt eine besonders intensive Beziehung zu den Saatgut-Vermehrern, die im Initiativkreis zusammengeschlossen sind. Dieser Austausch im Netzwerk ist der Nährboden für das Gelingen der Arbeit. Sie nehmen sich als Wirtschaftspartner Zeit füreinander, um gemeinsam die ökologische Saatgutarbeit voranzubringen. Die gegenseitige Wahrnehmung und Transparenz in den geschäftlichen Beziehungen sind eine Voraussetzung für soziale Wirtschaftsformen. Eine wichtige Rolle spielen dabei partnerschaftliche und langfristige Wirtschaftsbeziehungen.

Warum Bio-Saatgut so wichtig ist:
Früher hielt ein Bauer einen Teil der Ernte zurück, um Saatgut für das nächste Jahr zu haben. Heute kommt das Saatgut meistens von Firmen, die globalagierende Chemiekonzerne sind. Es haben sich, bzw. es wurden sog. Hybridzüchtungen oder gentechnische Verfahren als Züchtungsmethode beim Saatgut durchgesetzt. Die erste Generation dieser Kreuzungen erzielt dabei überdurchschnittlich gute Ergebnisse, kann aber nicht wieder ausgesät werden. Die perfide Geschäftsidee dahinter ist, dass immer wieder neues Saatgut gekauft werden muss. Ökologisch gezüchtetes Saatgut hingegen ist für die Vermehrung geeignet (sog. samenfeste Sorten). So können regional angepasste Sorten sich weiter entwickeln. Dies sichert vielfältige, unabhängige Sorten und Saatgut, das die Zukunft der ökologischen Landwirtschaft bereitet und uns mit alten und neuen werthaltigen Sorten bereichert.

mehr Infos unter:
https://www.bingenheimersaatgut.de/

Naturschutztage am Bodensee vom 5. bis 8. Januar 2017

Naturschutztage Konstanz 2017NABU und BUND laden zur Tagung rund um die Themen Energiewende, klassischer Naturschutz, Klimawandel und nachhaltiges Wirtschaften

Radolfzell – BUND und NABU veranstalten am Dreikönigswochenende zum 41. Mal die Naturschutztage am Bodensee, die größte regelmäßig stattfindende Naturschutztagung im deutschsprachigen Raum. Die Umweltverbände laden vom 5. bis zum 8. Januar 2017 alle im Naturschutz haupt- oder ehrenamtlich Aktiven sowie alle Interessierten ein, sich vier Tage lang über zentrale Themen des Natur- und Umweltschutzes zu informieren und auszutauschen. Veranstaltungsort ist das Tagungs- und Kulturzentrum Milchwerk in Radolfzell.

Nachhaltiges Wirtschaften sowie der Einfluss des menschlichen Handelns auf die Umwelt in globalem Maßstab prägen den ersten Thementag (5. Januar). Claude Martin, langjähriger Generaldirektor des WWF International, referiert über den Zustand der Regenwälder. Benoit Sittler von der Universität Freiburg zeigt aktuelle Erkenntnisse zum Einfluss des Klimawandels auf Grönland. Christian Kreiß, Professor an der Hochschule Aalen, stellt sein alternatives Modell einer „Menschengerechten Wirtschaft“ vor, das Mensch und Umwelt ins Zentrum rückt.

An den drei folgenden Tagen widmet sich die Veranstaltung zentralen Fragen des klassischen Naturschutzes. Tagesthemen sind „Naturschutz und Energiewende“, das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 sowie „Praktischer Naturschutz vor Ort“ mit Referaten etwa zu Beweidung und Verantwortungsarten. Es sprechen sowohl Fachleute von Hochschulen und Naturschutzverbänden als auch Vertreter des Landes, etwa Umweltstaatssekretär Andre Baumann.

An den Nachmittagen am Freitag und Samstag bieten NABU und BUND zudem rund 30 Seminare, Exkursionen und Workshops an.

Anmeldung und detailliertes Tagungsprogramm: www.naturschutztage.de

bioland – Ökologischer Landbau

bioland-logo-naturblauBioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 6.200 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Hinzu kommen mehr als 1.000 Partner aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie. Gemeinsam bilden sie eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt.

Seit 45 Jahren entwickeln die Bioland-Mitglieder mit ihrem Verband eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Alternative zur intensiven, von Industrie und Fremdkapital abhängigen Landwirtschaft. Ziel der täglichen Arbeit der Bäuerinnen und Bauern ist die nachhaltige Erzeugung hochwertiger und gesunder Lebensmittel. Wirtschaften im Einklang mit der Natur, Förderung der Artenvielfalt  sowie aktiver Klima- und Umweltschutz sichern unsere Lebensgrundlagen und erhalten eine vielfältige Kulturlandschaft. Denn Biolandbau heißt: An die Zukunft denken. Wichtige Eckpfeiler sind dabei die Sieben Bioland-Prinzipien für die Landwirtschaft der Zukunft:

1 Im Kreislauf wirtschaften
2 Bodenfruchtbarkeit fördern
3 Tiere artgerecht halten
4 Wertvolle Lebensmittel erzeugen
5 Biologische Vielfalt fördern
6 Natürliche Lebensgrundlagen
7 Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern

Die Bioland-Gemeinschaft trägt soziale Verantwortung durch die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze und die Erhaltung einer lebendigen Kultur auf dem Land. Basis dafür sind faire Partnerschaften zwischen Landwirten, Herstellern und Händlern. Faire Preise in dieser Partnerschaft liefern die wirtschaftliche Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung bäuerlicher Betriebe und machen ökologische Erzeugung zu einem attraktiven Berufsfeld für junge Menschen. In der Bioland-Gemeinschaft wird der organisch-biologische Landbau und damit die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft beständig weiterentwickelt. Der Bioland e.V. ist basisdemokratisch organisiert und engagiert sich als Interessenvertretung seiner Mitglieder und Partner gesellschaftspolitisch und Zukunft gestaltend. Bioland entwickelt Lösungsansätze für heutige und zukünftige Herausforderungen wie die ausreichende Versorgung mit gesunden, gentechnikfreien Lebensmitteln, artgerechte Tierhaltung und Klimaschutz. Bioland steht für die Landwirtschaft der Zukunft.

Quelle: bioland.de

naturblau+++ zeichnet WIN-Charta

naturblau-WIN-Charta-Baden-Wuerttemberg

Die WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg ist bislang bundesweit das einzige Nachhaltigkeitsmanagementsystem speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Diese freiwillige Selbstverpflichtung zielt darauf ab, den Nachhaltigkeitsgedanken in allen Branchen der baden-württembergischen Wirtschaft zu verbreiten und zu verankern. Mit der Unterzeichnung der WIN-Charta geben Unternehmen ein klares Bekenntnis zu ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung ab.

Im Zuge unserer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie, haben wir zusammen mit 90 anderen Unternehmen die WIN- Charta unterzeichnet. Dies ist für uns ein weiterer wichtiger Baustein, um neben der Gemeinwohl-Ökonomie-Bilanz, dem Utopia Changemaker-Manifest, Charta für nachhaltiges Design und weiteren Zukunftsmodulen, uns stetig weiter zu verbessern, wenn es um Verantwortung und Haltung in Design und Unternehmertum geht.

Unternehmen unterzeichnen die WIN-Charta:
– weil sie langfristigen Erfolg anstreben, um u. a. Arbeitsplätze zu sichern bzw. zu schaffen.
– weil ihnen ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und eine gesunde Umwelt wichtig sind.
– weil sie durch nachhaltiges Handeln zu einem guten Leben beitragen wollen.
– weil sie sich in der Region verwurzelt fühlen und ihnen das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Herzen liegt.

Sie Bekennen sich zu folgenden Leitsätzen:
1. Wir stellen langfristigen Unternehmenserfolg sicher und bieten Arbeitsplätze in der Region.
2. Wir achten und schützen Menschen- und Arbeitnehmerrechte, sichern und fördern Chancengleichheit und verhindern jegliche Form der Diskriminierung und Ausbeutung in all unseren unternehmerischen Prozessen.
3. Wir fördern Innovationen für Produkte und Dienstleistungen, welche die Nachhaltigkeit steigern und das Innovationspotenzial der baden-württembergischen Wirtschaft unterstreichen.
4. Wir handeln im Geiste der Nachhaltigkeit vor allem auch im Kontext von Finanzentscheidungen.
5. Wir verhindern Korruption, decken sie auf und sanktionieren sie.
6. Wir steigern die Ressourceneffizienz, erhöhen die Rohstoffproduktivität und verringern die Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen.
7. Wir setzen erneuerbare Energien ein, steigern die Energieeffizienz und senken die THG-Emissionen zielkonform oder kompensieren sie klimaneutral.
8. Wir übernehmen für unsere Leistungen und Produkte Verantwortung, indem wir den Wertschöpfungsprozess und den Produktzyklus auf ihre Nachhaltigkeit hin untersuchen und diesbezüglich Transparenz herstellen.
9. Wir generieren einen Mehrwert für die Region, in der wir wirtschaften.
10. Wir berücksichtigen und beachten bei Prozessen alle Anspruchsgruppen und deren Interessen.
11. Wir setzen auf allen Unternehmensebenen Anreize zum Umdenken und zum Handeln und beziehen sowohl unsere Mitarbeiter als auch alle anderen Anspruchsgruppen in einen ständigen Prozess zur Steigerung der unternehmerischen Nachhaltigkeit ein.
12. Wir achten, schützen und fördern das Wohlbefinden und die Interessen unserer Mitarbeiter.

> zur Webseite von WIN!

Nachhaltigkeitstag an der HfG Gmünd

Projekt "Greening The Campus" unter Leitung von Prof. Peter Stebbing
Projekt "Greening The Campus" unter Leitung von Prof. Peter Stebbing

Nachhaltigkeit im Design wird immer mehr zum Thema. Im Rahmen der landesweiten Nachhaltigkeitstage in Baden-Württemberg veranstaltete auch die Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd am 21. April einen Nachhaltigkeitstag. Unter dem Motto „Verhalten ändern. Nachhaltig“ präsentierten verschiedene Redner und Studenten Theorie und Praxis zu den Themen Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Dr. Eike Wenzel vom Hamburger Institut für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ) führte das Publikum ausführlich in das Thema „Nachhaltigkeit als Megatrend“  und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft ein. Mit seinem Anliegen die Diskussion zu verschärfen und sich nicht damit zufrieden zu geben weniger falsch zu machen, sondern anzufangen Dinge richtig zu machen, setzte er einen würdigen Startpunkt für den restlichen Diskurs des Tages.

Der Münchner Designer und Psychologe Christian Zimmermann zog die Theorieschraube noch einmal an und gab den Zuschauern Einblicke in die psychologischen Vorgänge und Modelle bei der Verhaltensänderung von Menschen. Zimmermann machte deutlich wie schwer nachhaltige Verhaltensänderungen bei breiten Gesellschaftsschichten zu erreichen sind und appellierte an die Gestalter sich anderen Wissenschaften zu öffnen um Kräfte zu bündeln.

Als Abschluss des Vormittagsprogramms stellten Masterstudierende der HfG Kurzprojekte zum Thema Nachhaltigkeit vor. Die in gerade einmal vier Wochen entstandenen Arbeiten warteten mit tollen Ideen auf, zeigten aber auch, dass bis zum Ende durchdachte Projekte etwas mehr Zeit und theoretisches Wissen benötigen.

Ein Projekt, welches neben der oft bedienten ökologischen Seite der Nachhaltigkeit auch die soziale Seite beleuchtete, zeigte Evamaria Judkins mit ihrer Bachelorarbeit „Weltverbesserer“, bei dem sie mit ihrer Kollegin Nelly Brunkow in 40 Tagen 40 Kurzprojekte für kleine Nachhaltigkeitsanliegen realisierte.

Zum Abschluss beleuchtete der Karlsruher Designprofessor Florian Pfeffer auf charmante Art und Weise den Part des Designers in der Nachhaltigkeitsdiskussion. Neben ein paar Projekten und Negativbeispielen forderte auch er mehr Interdisziplinarität von allen Beteiligten und auch den weniger inflationären Gebrauch des Wortes Nachhaltigkeit.

Als Fazit bleibt, dass dieser Tag an der HfG Gmünd sicher den Nachhaltigkeitsinteressierten und -aktiven neuen Input beschert hat und sie in ihrem Entschluss, sich in diesem Bereich zu engagieren, bestätigt hat. Ein positives Gefühl bleibt, scheint sich das Thema doch auch in der Bildungslandschaft zu manifestieren, womit der Grundstein für einen ernsthaften Umgang mit dem großen Thema Nachhaltigkeit etwas fester sitzen dürfte.