Reden wir über Werte – Im Interview mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg MFG

Enkeltaugliche Markenbildung? Das geht. Auch in der Kommunikationsbranche ist das Thema Nachhaltigkeit angekommen. Über Greenwashing und Alibi-Kampagnen hinaus setzen sich inzwischen Unternehmer*innen und kreative Köpfe aus Werbung und Marketing inhaltlich mit nachhaltigen Aspekten auseinander. Nicht zuletzt, weil Kommunikation dann am besten funktioniert, wenn man voll und ganz hinter dem steht, was man sagt.

Aber was macht „gute“ Kommunikation aus? Werte, sagt Ralph J. Schiel, Gründer und Geschäftsleiter von naturblau+++ Die Werteagentur. Schon vor acht Jahren hat sich naturblau darauf spezialisiert, grüner und zukunftsfähiger zu werben, und gilt in der Bodenseeregion als Pionier der nachhaltigen und werteorientierten Markenkommunikation. Wie die MFG Baden-Württemberg hat die Werteagentur aus Orsingen-Nenzingen die WIN-Charta unterzeichnet. Ralph J. Schiel spricht mit der MFG-Redaktion über seine Beweggründe und Werte, interdisziplinäre Lösungsansätze und Transformationsdesign.

hier ist der Link zum Interview in voller Länge

Plädoyer für zukunftsfähiges Kommunikationsdesign

naturblau_Leitbild_DesignDesignagenturen sind gesellschaftliche und kulturelle Impulsgeber. Dies spiegelt sich unter anderem in der Kommunikation von Marken, im Produktdesign und in der Werbung. Dadurch kommt Agenturen eine große und verantwortungsvolle Aufgabe zu. Sie können entscheiden, für wen sie ihre Kreativität und Kenntnisse einsetzen – welche Marken und Produkte werden beworben. Geht es um globalen Konsum, oder geht es um regionale Wertschöpfung? Sie können auch entscheiden, für welche Auftraggeber sie arbeiten. Wie sind deren Geschäftspraktiken und Wertvorstellungen?

Es sind eine Reihe von Stellschrauben auf dem Weg zu wirklich gutem und damit nachhaltigen Design zu beachten: in den eigenen Agenturräumen, bei den Mitarbeitern, den Kunden, den Lieferanten, dem Einkauf, der Produktion, den Vertriebswegen, usw.

Wirklich gutes Design ist weit mehr als der gestalterische Prozess an sich.  Es geht um die Bereitschaft alle am Prozess Beteiligten (Stakeholder) zu berücksichtigen und sich verantwortungsvoll, ehrlich und fair auszutauschen. Es geht um den Weitblick der Auswirkungen des eigenen Handelns. Es geht darum, eine Haltung einzunehmen, die im Einklang mit dem Umfeld steht. Die Werthaltigkeit ist der Fokus unserer Tätigkeit.

Konkret bedeutet das für uns als Gestalter, dass wir mit der Erde, ihren Ressourcen und ihren Lebewesen so umgehen, dass sie auch für zukünftige Generationen einen intakten Lebensraum und gesellschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Und das nicht nur in unserem eigenem Umfeld sondern  auch länder- und kulturübergreifend. Ökologische, ökonomische und soziale Belange – die sog. Triple Bottom Line – müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und bei der Kreation von Kommunikation und von Produkten.

Eine gute Agentur nimmt eine kompetente und verantwortungsbewusste Stellung zwischen Mensch und Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt ein.

Ein gesellschaftlicher Wandel braucht kreative Ideen und klare Konzepte, wie eine nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden kann. Dies ist die Aufgabe der jetzigen und zukünftigen Generation von GestalterInnen und Agenturen.

Future Fashion Day: Zukunftsweisende Mode in historischen Gemäuern

naturblau-future-fashion-day13-konstanzKonstanzer Studenten organisieren erste Messe für nachhaltige Mode am Bodensee

Konstanz – Ihr gemeinsames Ziel verband sie mehr denn je an diesem Abend: Organisatoren, Aussteller und Designer brachten Besuchern und Zuschauern beim ersten Future Fashion Day am Dienstagabend ihre Vision der Nachhaltigkeit näher. Die Studierenden der Hochschulgruppe oikos Konstanz unter der Leitung von Leyla Kazimova schafften es, zehn Aussteller, über 15 Labels aus ganz Europa und mehr als 500 Besucher zu der Messe im historischen Konzil zu versammeln. Eines wurde dort auch dem letzten Zweifler klar: Nachhaltige Mode ist keineswegs farblos, unförmig oder unscheinbar. Im Gegenteil: Vom lustig bedruckten T-Shirt bis hin zum glamourösen Abendkleid war für jeden Geschmack etwas dabei.

Aber auch der lehrreiche Teil durfte an diesem Tag nicht fehlen. In Workshops und Vorträgen beleuchteten Experten verschiedene Aspekte nachhaltiger Kleidung. Die zahlreichen Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bekamen so Einblicke in ein komplexes zukunftsweisendes Thema. „Die Teilnehmer waren überaus interessiert und es wirklich Spaß gemacht“, berichtet Katharina Schaus begeistert aus dem von ihr geleiteten Workshop über Messinstrumente der Nachhaltigkeit in der Textilbranche.

Den ganzen Tag über konnten sich die Besucher bei den Austellern direkt über deren Produkte informieren und diese auch erwerben. Mode von der Stange trafen sie jedoch nicht an, vielmehr ließen sie sich von liebevoll gestalteten Einzelstücken begeistern – von süßer Mädchenmode über Sonnenbrillen aus Bambus bis hin zu veganen Schuhen. „Ich war positiv überrascht von der Resonanz auf die Veranstaltung“, resümiert die Ausstellerin und Labelgründerin Katharina Kaiser. Denn obwohl es der erste Future Fashion Day am Bodensee war, zog er viele Interessierte an. „Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei“, fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu.

Der krönende Abschluss des Tages im Zeichen der Nachhaltigkeit bildete schließlich die alle Erwartungen übertreffende Modenschau. Etwa 20 Mädchen und auch Jungs, vorwiegend Studierende, wagten den Marsch über den Laufsteg. Aus den Laien vermochte der professionelle Laufstegtrainer Ernst Look innerhalb weniger Stunden sehr professionell wirkende Models zu machen. Der Laufstegtrainer hat es sichtlich genossen mit den jungen Amateurmodels und Organisatoren zusammen zu arbeiten. „Ich bin wirklich begeistert von der Idee, die Leyla und ihr Team so toll umgesetzt haben“, schwärmt Ernest Look. Er selbst habe beim Future Fashion Day sehr viel über den Nachhaltigkeitsaspekt der von ihm so geliebten Mode erfahren. „Ich mochte die Kleidungsstücke wirklich sehr. Ich habe gleich gefragt, was sie kosten“, fügt er mit breitem Lächeln hinzu.

Während der dynamischen Modenschau strahlten aber nicht nur die Gesichter der Models, sondern auch die der Zuschauer. Viele von ihnen bekamen einen Einblick in eine für sie ganz neue Welt und wirkten geradezu verzaubert von der bunten Show. „Wir sind einfach allen unendlich dankbar, die diesen tollen Tag ermöglicht haben“, bedankt sich die Präsidentin der Hochschulgruppe oikos Konstanz, Leyla Kazimova, bevor auch sie nach getaner Organisationsarbeit die Modenschau voll und ganz genießen kann. Das gemeinsame Ziel der Nachhaltigkeit verband an diesem Tag alle miteinander, so dass von dem ansonsten in der Modeindustrie vorherrschenden harten Wettbewerb nichts zu spüren war.

Weiterführende Informationen zu Sponsoren, Designern und Organisatoren finden Sie unter: www.futurefashionday.org.

Kontakt:
oikos Konstanz:
Leyla Kazimova
futurefashionday@gmail.com
president@oikos-konstanz.org
www.futurefashionday.org
http://konstanz.oikos-international.org

Bilder und Text: oikos Konstanz